Angststörungen

1. Panikstörungen (Agoraphobie)

WOHER KOMMT DIE PANISCHE ANGSTREAKTION?

Die Angstreaktion wird in vier Teile gegliedert. Zum einen der neutrale Reiz, der angstauslösende Reiz, die Angstreaktion und die zukünftige Situation.

Diese Abfolge lässt sich anhand eines vereinfachten Beispiels verdeutlichen:

  • Neutraler Reiz
    Heike spielt freudig mit ihren Freunden in der Sandkiste. Sie graben im Sand und probieren ihre neuen Spielzeuge aus. Ganz vertieft spielen die Kinder vor sich hin und vergessen alles um sich herum.
  • Angstauslösender Reiz
    Während Heike mit ihren Freunden spielt, schleicht sich ihr Bruder an sie heran, ohne dass einer von den Kindern etwas bemerkt. Auf einmal springt er auf Heike zu, fasst ihr an den Arm und erschreckt sie.
  • Angstreaktion
    Heike erschreckt sehr, schreit und springt auf, ohne sich umzudrehen. Ihr Herz rast und sie hat große Angst. Schnell läuft sie rein in das Haus, wo ihre Mutter gerade den Abwasch macht.
  • Zukünftige Situationen
    In den nächsten Monaten fängt Heike an, ihre und andere Sandkisten zu meiden. Sie möchte nicht mehr dort spielen und bevorzugt Schaukeln oder andere Aktivitäten.

Rund 4 % der Bevölkerung sind von einer Panikstörung betroffen, wobei sie bei Frauen etwa doppelt so häufig auftreten wie bei Männern.

2. Soziale Angst

Viele Menschen sind in bestimmten Situationen schüchtern und reagieren auf die Begegnung mit fremden Personen mit Verunsicherung oder Furcht. Diese Schüchternheit ist jedoch eine Charaktereigenschaft, die verschwindet, wenn man häufiger auf die gleichen Menschen trifft.

Menschen mit sozialen Ängsten empfinden einen höheren Leistungsdruck, da sie permanent  Ängste in Leistungssituationen und Interaktionssituationen verspüren.  Betroffene befürchten, dass sie ein peinliches Verhalten an den Tag legen oder sogar von anderen Menschen wie z.B. ihren Kolleg:innen negativ bewertet werden.  Um dies zu verhindern, versuchen sie häufig, die entsprechenden Situationen zu vermeiden oder ihre Ängste zu verbergen. Einige nehmen regelmäßig Hilfsmittel wie Medikamente, um ihre sozialen Kontakte und Leistungssituationen durchzustehen.

Etwa zwei Prozent der Menschen leiden an einer sozialen Phobie, wobei Frauen fast doppelt so häufig betroffen sind wie Männer. Meist tritt die Problematik sehr früh auf – oft schon während der Pubertät.

3. Generalisierte Angststörung 

Bei der generalisierten Angststörung leiden die Betroffenen unter einer anhaltenden diffusen Angst, die mit Besorgtheit und Anspannung in Bezug auf alltägliche Ereignisse und Probleme verbunden ist. Es handelt sich hier um eher unrealistische, sehr starke oder überdimensional ausgeprägte Sorgen und nicht um Alltagssorgen. Mögliche Auslöser für Ängste und Sorgen sind negativ geprägte Erwartungen, Gedanken und schlechte Nachrichten.

Etwa vier bis sieben Prozent der Bevölkerung leiden unter einer generalisierten Angststörung. Generalisierte Angststörungen treten erstmalig eher selten im jungen Alter auf, sondern oft erst zwischen dem 35. und dem 45. Lebensjahr. 

Ursachen: Studien belegen, dass eine generalisierte Angststörung schleichend beginnt. Sie kommt häufig bei Menschen vor, die bereits im Kindesalter sehr ängstlich waren oder bei denen die Eltern selbst überängstlich oder auch sehr streng waren.  Neben der genetischen Veranlagung gelten der Tod eines Elternteils, Missbrauch und Vernachlässigung als Risikofaktoren für eine generalisierte Angststörung.

Wenn die generalisierte Angst sich erst später manifestiert, gab es (möglicherweise) negative Erfahrungen oder auch chronische Belastungen davor.

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