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Angst: PZN 18726714

| Veröffentlicht am 1. Mai 2025

Der Teufelskreis der Angst: Ursachen und Lösungen

Angst ist eine natürliche und oft lebensrettende Reaktion unseres Körpers auf Bedrohungen. Doch wenn diese Angst überhandnimmt und sich in den Alltag einschleicht, kann sie zur Belastung werden. Ein typisches Muster, das viele Betroffene erleben, ist der sogenannte „Teufelskreis der Angst“. Dieses Phänomen beschreibt, wie sich Ängste durch körperliche Symptome, Gedanken und Gefühle gegenseitig verstärken können, sodass die Betroffenen das Gefühl haben, der Angst hilflos ausgeliefert zu sein.

Der Teufelskreis der Angst – Wie er entsteht

Angst beginnt oft mit der Wahrnehmung von beunruhigenden Gedanken oder Körpersignalen, wie zum Beispiel einem beschleunigten Herzschlag, Schweißausbrüchen oder einem flauen Gefühl im Magen. Diese Signale können schnell als gefährlich interpretiert werden: „Hier stimmt etwas nicht mit mir“, „Das könnte ein Herzinfarkt sein“ oder „Das wird bestimmt wieder eine Panikattacke“. Diese Gedanken verstärken die Angst und aktivieren das evolutionär gewachsene „Rettungssystem“ des Körpers, das uns in Kampf- oder Fluchtmodus versetzt.

  • Die Muskulatur spannt sich an – Zittern kann die Folge sein.
  • Die Atmung wird schneller – es kann Schwindel entstehen.
  • Der Körper kühlt die Muskulatur – vermehrtes Schwitzen tritt auf.
  • Der Verdauungstrakt wird beeinflusst – plötzliches Bedürfnis zur Toilette gehen zu müssen.

Diese körperlichen Reaktionen können die Angst weiter verstärken: „Oh Gott, das wird ja immer schlimmer!“ oder „Ich komme hier alleine nicht mehr raus!“ – ein sich selbst verstärkender Kreislauf, der schwer zu durchbrechen scheint.

Was begünstigt eine Angststörung?

Die Entwicklung einer Angststörung ist oft multifaktoriell und kann durch verschiedene Ursachen beeinflusst werden:

  • Genetische Veranlagung: Wenn Angststörungen in der Familie liegen, besteht ein höheres Risiko, selbst zu erkranken.
  • Frühe Kindheitserfahrungen: Überbehütung, Vernachlässigung oder traumatische Erfahrungen können die Stressregulation beeinträchtigen und das Vertrauen in die Umwelt stören.
  • Traumatische Erlebnisse: Einmalige oder wiederholte traumatische Ereignisse (z.B. Unfälle, Gewalt, Missbrauch) können das Gehirn so sensibilisieren, dass harmlose Reize als bedrohlich wahrgenommen werden.
  • Stress und chronische Überlastung: Anhaltender Stress kann das Nervensystem überlasten und negative Denkmuster verstärken, insbesondere bei genetischer Vorbelastung.
  • Gestörte Hirnchemie: Ein Mangel an bestimmten Nährstoffen (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente) oder ein ungesunder Lebensstil (z. B. Schlaf- oder Bewegungsmangel) können die Funktion des Gehirns beeinflussen. Zudem können auch die Einnahme von Medikamenten und Substanzen sowie Entzündungsprozesse im Körper (Hirn, Darm, Schilddrüse) von Einfluss auf die Entstehung einer Angststörung sein.

Wie Sie den Teufelskreis durchbrechen können

Es ist wichtig zu verstehen, dass diese körperlichen Reaktionen nicht gefährlich sind – sie sind Teil eines Schutzmechanismus, der Sie in Sicherheit bringen soll. Schon kleine, bewusste Übungen und Techniken, die Sie in Ihren Alltag integrieren, können helfen, die Kontrolle zurückzugewinnen.

5 kleine Dinge, die Ihnen bei Ängsten helfen können

1. Atemtechniken

Atmen Sie bewusst – langsam und tief ausatmen, dabei zählen, um den Puls zu senken. Probieren Sie die 4-7-8-Atemtechnik, um Ihr Nervensystem zu beruhigen:

  • 4 Sekunden lang tief einatmen
  • 7 Sekunden die Luft anhalten
  • 8 Sekunden langsam ausatmen

Diese Technik kann Ihnen helfen, sich zu zentrieren und innere Ruhe zu finden. Durch Achtsamkeitsübungen können Sie den Fokus von den Körperempfindungen hin zur Umgebung lenken.

2. Gehen Sie nach draußen

Ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft – auch nur 10 Minuten – kann Ihre Gedanken klären und Ihr Stresslevel senken. Besonders wohltuend ist es, sich in der Natur zu bewegen.

3. Schreiben Sie Ihre Gedanken auf

Führen Sie ein kleines Gedanken-Tagebuch. Schreiben Sie alles auf, was Sie belastet. Sie müssen es niemandem zeigen – allein das Aufschreiben kann entlastend wirken.

4. Legen Sie eine Social-Media-Pause ein

Setzen Sie sich bewusst eine Zeit, in der Sie Ihr Handy zur Seite legen. Gönnen Sie Ihrem Geist eine Pause von der ständigen Reizüberflutung.

5. Suchen Sie Verbindung

Sprechen Sie mit einem lieben Menschen – sei es ein kurzes Telefonat, eine Nachricht oder ein Treffen. Schon kleine soziale Kontakte können helfen, Ängste zu lindern.

Denken Sie daran: Kleine Schritte zählen! Alles, was Sie tun, ist ein Zeichen von Selbstfürsorge.

Hilfe ist möglich – machen Sie den ersten Schritt

Wenn Sie Hilfe bei der Bewältigung von Angststörungen benötigen und tiefer in die Mechanismen von Angst und deren Überwindung einsteigen möchten, kann Ihnen das Novego-Angstprogramm wertvolle Unterstützung bieten. Dieses Programm basiert auf Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie und hilft Ihnen, den Teufelskreis der Angst nachhaltig zu durchbrechen. Es bietet Ihnen Zugang zu interaktiven Übungen, Videos und Expertenwissen, um die Kontrolle über Ihre Ängste zurückzugewinnen. Als Digitale Gesundheitsanwendung können Sie sich Novego von Ihrem Arzt oder Psychotherapeuten auf Rezept verordnen lassen – die Nutzung ist für Sie kostenfrei.

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Angststörungen sind behandelbar, und es gibt effektive Wege, die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern. Der erste Schritt ist oft der schwerste, aber auch der wichtigste. Holen Sie sich Unterstützung – Sie sind nicht allein.

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