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Hintergrundwissen zu Depression

Eine Depression ist weit mehr als ein vorübergehendes Stimmungstief: Sie beeinflusst das Denken, Fühlen und Handeln und kann sich auf alle Lebensbereiche auswirken. Betroffene erleben häufig tiefe Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Erschöpfung, die sie kaum allein überwinden können.

In Deutschland leidet etwa jede fünfte Person einmal im Leben an einer Depression – einer ernstzunehmenden, aber in der Regel gut behandelbaren Erkrankung. Auf den nachfolgenden Seiten finden Sie umfassende Informationen zum Krankheitsbild Depression:

Was ist eine Depression?

Jeder Mensch kennt Tage, an denen das Leben schwerer und grauer scheint als sonst, an denen man sich „deprimiert“ fühlt. Stimmungstiefs sind ein normaler Teil des menschlichen Erlebens und vergehen meist so schnell, wie sie gekommen sind. Im Alltag wird der Begriff der Depression oft umgangssprachlich verwendet, um solche alltäglichen Schwankungen unseres Befindens zu beschreiben. Eine Depression im medizinischen Sinne ist ein länger anhaltender Zustand mit gedrückter Stimmung, Antriebslosigkeit und negativen Gedanken und stellt eine ernste, behandlungsbedürftige Erkrankung dar. Sie bedeutet mehr als nur kurzzeitige Niedergeschlagenheit. Die Depression beeinflusst das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen tiefgehend und kann sich auch in körperlichen Symptomen äußern. Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, haben oft eine negative Wahrnehmung von sich selbst und der Umwelt. Um diese verzerrte Sichtweise aufzulösen, braucht es Hilfe von außen. Bei rechtzeitiger Diagnose ist eine Depression in der Regel gut behandelbar. Es stehen effektive psychotherapeutische und medikamentöse Therapien zur Verfügung.

Etwa 16 bis 20 % der Deutschen erleben mindestens einmal in ihrem Leben eine behandlungsbedürftige Depression. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. In Deutschland erkranken innerhalb eines Jahres etwa 5,3 Millionen Menschen (8,3 %) an einer unipolaren oder anhaltenden depressiven Störung.1 Da viele Betroffene nicht in der Lage sind, sich selbst aktiv Hilfe zu suchen, gehen Experten von einer hohen Dunkelziffer an nicht diagnostizierten und unbehandelten Depressionen aus.

Wann eine depressive Phase zur Depression wird, ist nicht immer klar abzugrenzen. Der Übergang ist oft fließend. Die Diagnose Depression wird gestellt, wenn die Symptome länger als 14 Tage anhalten. Weiterhin wird zwischen leichter, mittelgradiger und schwerer Depression unterschieden.

Grundsätzlich trägt jeder Mensch das Risiko in sich, an einer Depression zu erkranken. Risikofaktoren wie die genetische Veranlagung, körperliche Erkrankungen oder das persönliche Lebensumfeld haben einen großen Einfluss darauf, ob und in welcher Schwere eine Depression auftritt.

Leben mit Depression – 5 wichtige Erkenntnisse

  • Die Depression ist eine weitverbreitete Erkrankung, die gut behandelt werden kann.
  • Der wichtigste Schritt, den Betroffene machen können, ist, sich professionelle Hilfe zu holen, z. B. bei einem Arzt oder Psychotherapeuten.
  • Es gibt keinen Grund, sich für Depressionen zu schämen. Die Depression ist eine Erkrankung, keine Schwäche.
  • Suizidgedanken müssen immer ernst genommen werden und erfordern sofortige ärztliche Hilfe.
  • Die Depression wird oft von anderen psychischen Erkrankungen begleitet und äußert sich nicht selten auch über körperliche Symptome.
Quellennachweise

Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), und Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). „Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression“. Version 3.0 (2024): 19. https://register.awmf.org/assets/guidelines/nvl-005p-ll1_S3_Unipolare_Depression_2025-01.pdf.

Dieser Inhalt wurde fachlich geprüft von:

Carmen Fehrmann ist als Telefoncoachin in akuter Krisenbegleitung und längerfristigen Behandlungsprogrammen sowie im Novego-Team der IVPNetworks GmbH tätig. Ihre Schwerpunkte sind insbesondere die Behandlung von psychischen Erkrankungen in Folge von chronischem Stress und traumatischen Erlebnissen.

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