Panikattacke oder Herzinfarkt: Wie erkennt man den Unterschied?
Panikattacken und Herzinfarkte können sich im Moment des Geschehens erschreckend ähnlich anfühlen, lassen sich aber anhand bestimmter Merkmale unterscheiden. Während ein Herzinfarkt ein medizinischer Notfall ist, der sofortige ärztliche Versorgung erfordert, ist eine Panikattacke zwar intensiv und belastend, aber körperlich nicht lebensbedrohlich. Im Zweifel gilt jedoch immer: Bei unklaren Symptomen sofort den Notruf 112 rufen. Die folgenden Abschnitte helfen Ihnen, die wichtigsten Unterschiede besser zu verstehen.
Welche Symptome teilen sich Panikattacken und Herzinfarkte?
Beide Zustände können Herzrasen, Brustschmerzen, Atemnot, Schwindel und Schweißausbrüche verursachen. Diese Überschneidung macht die Unterscheidung im Moment selbst so schwierig, besonders wenn man noch nie eine Panikattacke erlebt hat. Das Gehirn interpretiert intensive körperliche Empfindungen als Bedrohung, was die Angst weiter verstärkt.
Konkret teilen sich beide Ereignisse folgende Symptome:
- Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag
- Schmerz oder Beklemmungsgefühl im Brustraum
- Atemnot oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen
- Schwindel und Benommenheit
- Schweißausbrüche und Zittern
- Übelkeit
- Ein Gefühl drohender Gefahr oder Todesangst
Genau weil sich diese Symptome so stark überschneiden, ist es verständlich, dass viele Menschen bei einer Panikattacke zunächst befürchten, einen Herzinfarkt zu erleiden. Dieses Phänomen wird manchmal als Angst vor der Angst bezeichnet: Die Furcht vor den körperlichen Empfindungen verstärkt diese noch weiter und kann einen Teufelskreis auslösen.
Woran erkennt man, dass es ein Herzinfarkt ist?
Ein Herzinfarkt zeigt typischerweise Symptome, die sich langsam steigern, körperlich anhaltend bleiben und nicht von Gedanken oder Situationen abhängen. Charakteristisch ist ein drückender, anhaltender Schmerz in der Brust, der häufig in den linken Arm, den Kiefer oder den Rücken ausstrahlt und sich durch Bewegung oder Ruhe kaum verändert.
Folgende Merkmale sprechen eher für einen Herzinfarkt:
- Brustschmerz, der länger als wenige Minuten anhält und sich nicht bessert
- Ausstrahlung des Schmerzes in Arm, Schulter, Kiefer, Hals oder Rücken
- Symptome treten unabhängig von emotionalen Auslösern auf
- Körperliche Erschöpfung und Schwäche, die sich nicht erklären lassen
- Symptome verschlechtern sich trotz Beruhigungsversuchen
Wichtig: Herzinfarkte können sich bei verschiedenen Menschen sehr unterschiedlich äußern. Manche Betroffene spüren keinen klassischen Brustschmerz, sondern nur Übelkeit oder Erschöpfung. Bei jeglichem Verdacht auf einen Herzinfarkt sollte sofort der Notruf 112 gerufen werden. Bitte zögern Sie in solchen Situationen nicht.
Wie fühlt sich eine Panikattacke körperlich an?
Eine Panikattacke äußert sich als plötzliche Welle intensiver körperlicher und emotionaler Empfindungen, die meist innerhalb von Minuten ihren Höhepunkt erreicht und in der Regel nach 10 bis 20 Minuten wieder abklingt. Die Symptome entstehen durch eine starke Aktivierung des Nervensystems, die den Körper in einen Alarmzustand versetzt.
Typisch für eine Panikattacke sind:
- Plötzlicher, unerklärlicher Beginn, oft ohne erkennbaren Auslöser
- Herzrasen, das sich nach einigen Minuten meist wieder beruhigt
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Händen, Füßen oder im Gesicht
- Wirklichkeitsverlust oder das Gefühl, neben sich zu stehen
- Starke Todesangst oder das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren
- Symptome klingen ab, sobald sich die Anspannung löst
Ein wichtiger Hinweis: Obwohl sich eine Panikattacke körperlich bedrohlich anfühlt, verursacht sie keinen körperlichen Schaden. Das Wissen darum kann im Moment selbst helfen, auch wenn es die Empfindungen nicht sofort verschwinden lässt. Wenn Sie regelmäßig Angstsymptome erleben, kann ein strukturierter Selbsttest ein erster Schritt sein, um mehr Klarheit zu gewinnen.
Kann Angst tatsächlich Herzschmerzen verursachen?
Ja, Angst kann reale körperliche Schmerzen im Brustbereich verursachen. Wenn der Körper in einen Alarmzustand versetzt wird, schüttet er Stresshormone wie Adrenalin aus. Diese führen unter anderem zu Muskelanspannung, erhöhtem Herzschlag und veränderter Atmung, was sich als Druck oder Schmerz in der Brust bemerkbar machen kann.
Dieser Zusammenhang zwischen Psyche und Körper ist gut untersucht. Angst und innerliche Unruhe aktivieren das sogenannte sympathische Nervensystem, das den Körper auf Kampf oder Flucht vorbereitet. Die Folge: Der Herzschlag steigt, die Muskeln im Brustraum verkrampfen sich, und die Atemfrequenz verändert sich. All das kann sich wie Herzschmerzen anfühlen, ohne dass das Herz selbst betroffen ist.
Wer häufig unter solchen Symptomen leidet, sollte diese zunächst ärztlich abklären lassen, um organische Ursachen auszuschließen. Erst wenn körperliche Ursachen ausgeschlossen sind, kann gezielt an den psychischen Auslösern gearbeitet werden.
Was tun, wenn man sich im Moment nicht sicher ist?
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie eine Panikattacke oder einen Herzinfarkt erleben, rufen Sie sofort den Notruf 112 an. Es ist immer besser, auf Nummer sicher zu gehen. Medizinisches Fachpersonal kann schnell beurteilen, was vorliegt, und im Ernstfall sofort helfen.
Sollte sich herausstellen, dass es eine Panikattacke war, können folgende Maßnahmen im Moment helfen:
- Ruhig und langsam atmen: Versuchen Sie, die Ausatmung zu verlängern, zum Beispiel vier Sekunden einatmen, sechs Sekunden ausatmen.
- Einen sicheren Ort aufsuchen: Setzen oder legen Sie sich hin, wenn möglich.
- Die Empfindungen benennen: Sich bewusst zu machen, dass es sich um eine Panikattacke handeln könnte, kann helfen, die Spirale zu unterbrechen.
- Nicht gegen die Empfindungen ankämpfen: Widerstand verstärkt oft die Anspannung. Versuchen Sie, die Empfindungen zuzulassen, ohne sie zu bewerten.
Nach einer solchen Episode ist es sinnvoll, mit einer Ärztin oder einem Arzt oder einer psychotherapeutischen Fachkraft zu sprechen, besonders wenn Panikattacken häufiger auftreten.
Wie lässt sich das Risiko künftiger Panikattacken senken?
Panikattacken lassen sich nicht immer vollständig verhindern, aber mit gezielten Strategien kann die Häufigkeit und Intensität deutlich reduziert werden. Besonders wirksam sind Ansätze aus der kognitiven Verhaltenstherapie, die dabei helfen, die Gedanken- und Verhaltensmuster zu erkennen, die Panikattacken aufrechterhalten.
Langfristig hilfreiche Ansätze umfassen:
- Vermeidungsverhalten abbauen: Wer Situationen meidet, die Angst auslösen, verstärkt langfristig die Angst. Schrittweise Konfrontation kann helfen, den Teufelskreis zu durchbrechen.
- Körperliche Grundlage stärken: Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und reduzierter Koffeinkonsum können das Nervensystem stabilisieren.
- Achtsamkeit üben: Achtsamkeitsbasierte Übungen helfen, Körpersignale frühzeitig wahrzunehmen und gelassener damit umzugehen.
- Stressmuster erkennen: Anhaltende innerliche Unruhe oder Verlustangst können Panikattacken begünstigen. Das Erkennen dieser Muster ist ein wichtiger erster Schritt.
- Professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen: Bei häufigen Panikattacken oder einer Panikstörung ist psychotherapeutische Begleitung empfehlenswert.
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Novego ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, kann aber sehr gut ergänzend, vorbereitend oder als Überbrückung bei Wartezeiten genutzt werden. Ergebnisse können individuell unterschiedlich sein und setzen aktive Mitarbeit voraus. Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf ein Rezept für Novego an, oder informieren Sie sich direkt auf unserer Website über Novego kostenfrei auf Rezept.
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