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| Veröffentlicht am 6. Juli 2026

Welche Arten von Panikstörungen gibt es?

Medizinisch werden mehrere Arten von Panikstörungen unterschieden, die sich in Auslösern, Verlauf und Begleitsymptomen voneinander unterscheiden. Die bekannteste Form ist die Panikstörung ohne Agoraphobie, bei der Panikattacken ohne erkennbaren äußeren Auslöser auftreten. Daneben gibt es die Panikstörung mit Agoraphobie sowie situationsgebundene Panikformen, die an bestimmte Reize oder Umgebungen geknüpft sind. Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die verschiedenen Erscheinungsformen.

Wie unterscheiden sich Panikattacken von einer Panikstörung?

Eine Panikattacke ist ein einzelnes, zeitlich begrenztes Ereignis intensiver Angst mit körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Schwindel oder Atemnot. Eine Panikstörung liegt erst dann vor, wenn solche Attacken wiederholt auftreten und die betroffene Person anhaltende Sorge vor weiteren Anfällen entwickelt oder ihr Verhalten entsprechend verändert.

Der entscheidende Unterschied liegt also nicht in der Intensität einer einzelnen Attacke, sondern im Muster und in den Folgen. Viele Menschen erleben im Laufe ihres Lebens mindestens eine Panikattacke, ohne dass daraus eine Störung entsteht. Von einer Panikstörung sprechen Fachleute erst dann, wenn die Anfälle regelmäßig wiederkehren und die Lebensqualität spürbar beeinträchtigen.

Typische Anzeichen, die auf eine Panikstörung hinweisen können, sind:

  • Wiederkehrende, unerwartete Panikattacken
  • Anhaltende Angst vor der nächsten Attacke (sogenannte Erwartungsangst)
  • Veränderungen im Verhalten, etwa das Meiden bestimmter Situationen
  • Körperliche Symptome wie Herzrasen, Schwitzen, Zittern oder ein Beklemmungsgefühl in der Brust

Für eine verlässliche Einschätzung ist immer eine ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung notwendig. Dieser Artikel ersetzt keine Diagnose.

Welche Panikstörungen werden medizinisch unterschieden?

Im medizinischen Klassifikationssystem ICD-10 wird die Panikstörung unter dem Code F41.0 erfasst. Dabei werden im Wesentlichen zwei Hauptformen unterschieden: die Panikstörung ohne Agoraphobie (F41.0) und die Agoraphobie mit Panikstörung (F40.01). Hinzu kommen situationsgebundene Panikformen, die im Rahmen anderer Angststörungen auftreten können.

Die Panikstörung ohne Agoraphobie ist durch wiederkehrende, unerwartete Panikattacken gekennzeichnet, die nicht an bestimmte Situationen oder Orte gebunden sind. Die betroffene Person fürchtet die Attacken selbst, nicht jedoch spezifische äußere Umstände.

Bei der Agoraphobie mit Panikstörung treten die Attacken bevorzugt in Situationen auf, aus denen eine Flucht schwierig erscheint, etwa in Menschenmengen, öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf weiten Plätzen. Die Angst vor diesen Orten und die Panikattacken verstärken sich dabei gegenseitig.

Darüber hinaus können Panikattacken auch im Rahmen anderer Angststörungen auftreten, etwa bei der sozialen Phobie oder spezifischen Phobien. In diesen Fällen sind die Attacken klar an einen bestimmten Auslöser geknüpft und werden diagnostisch der jeweiligen Störung zugeordnet, nicht der Panikstörung nach ICD-10.

Was sind nächtliche Panikattacken und warum treten sie im Schlaf auf?

Nächtliche Panikattacken sind Panikattacken, die aus dem Schlaf heraus auftreten und die betroffene Person abrupt aufwecken. Sie verlaufen ähnlich wie Attacken am Tag, mit Herzrasen, Schweißausbrüchen, Atemnot und intensiver Angst, und kommen bei einem Teil der Menschen mit Panikstörung vor.

Warum sie im Schlaf entstehen, ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Bekannt ist, dass sie vor allem in der Übergangsphase zwischen leichtem und tiefem Schlaf auftreten, also nicht während des Träumens. Das bedeutet, dass sie nicht durch Albträume ausgelöst werden, auch wenn das Erwachen mit starker Angst verbunden ist.

Mögliche Einflussfaktoren sind erhöhte körperliche Anspannung, Stress, bestimmte Atemveränderungen im Schlaf oder eine generell erhöhte Aktivierung des Nervensystems. Nächtliche Panikattacken können besonders belastend sein, weil sie den Schlaf stören und Betroffene häufig eine Angst vor dem Einschlafen entwickeln.

Was ist der Unterschied zwischen Panikstörung und Agoraphobie?

Die Panikstörung ist durch wiederkehrende, spontane Panikattacken ohne klaren äußeren Auslöser gekennzeichnet. Die Agoraphobie hingegen ist die Angst vor Situationen, aus denen eine Flucht schwierig oder Hilfe im Notfall nicht erreichbar erscheint. Beide Störungen können gemeinsam auftreten, sind aber eigenständige Diagnosen nach ICD-10.

Bei der reinen Panikstörung (F41.0) steht die Angst vor der Attacke selbst im Vordergrund. Die Agoraphobie (F40.0) kann auch ohne Panikattacken bestehen, etwa als diffuse Angst vor öffentlichen Räumen. Wenn beide gemeinsam auftreten, spricht die ICD-10 von Agoraphobie mit Panikstörung (F40.01).

Ein wichtiger Unterschied im Alltag: Menschen mit reiner Panikstörung meiden oft keine bestimmten Orte, sondern fürchten primär die körperlichen Empfindungen einer Attacke. Menschen mit Agoraphobie entwickeln dagegen häufig ausgeprägte Vermeidungsstrategien gegenüber bestimmten Situationen oder Orten, was die Bewegungsfreiheit erheblich einschränken kann.

Wenn Sie sich fragen, ob Ihre Symptome eher einer Panikstörung oder einer anderen Angstform entsprechen, kann ein Selbsttest bei Angst einen ersten Orientierungspunkt bieten, ersetzt jedoch keine fachärztliche Abklärung.

Können Panikstörungen körperliche Ursachen haben?

Ja, Panikattacken können in manchen Fällen körperliche Ursachen haben oder durch körperliche Erkrankungen mit ausgelöst werden. Deshalb ist eine ärztliche Abklärung bei wiederkehrenden Attacken immer wichtig, bevor eine psychische Ursache angenommen wird.

Zu den körperlichen Erkrankungen, die Symptome ähnlich einer Panikattacke erzeugen können, gehören unter anderem:

  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Unterzuckerung (Hypoglykämie)
  • Bestimmte Erkrankungen der Nebenniere
  • Substanzkonsum oder Entzugsreaktionen

Wenn körperliche Ursachen ausgeschlossen wurden und die Attacken dennoch weiter auftreten, wird die Diagnose einer Panikstörung nach ICD-10 in Betracht gezogen. Es ist auch möglich, dass körperliche und psychische Faktoren zusammenwirken, etwa wenn körperliche Empfindungen wie Herzrasen eine Angstreaktion auslösen, die sich zu einer vollständigen Panikattacke steigert. Dieses Muster, bekannt als Teufelskreis der Angst, ist ein zentrales Erklärungsmodell der kognitiven Verhaltenstherapie.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für die verschiedenen Panikstörungstypen?

Für Panikstörungen stehen gut untersuchte Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) gilt als eine der am besten belegten psychotherapeutischen Methoden bei Panikstörungen und Agoraphobie. In bestimmten Fällen kann auch eine medikamentöse Behandlung sinnvoll sein, die ärztlich begleitet werden sollte.

Psychotherapeutische Ansätze

Die kognitive Verhaltenstherapie zielt darauf ab, angstauslösende Gedankenmuster zu erkennen und zu verändern sowie durch gezielte Konfrontationsübungen die Angst vor bestimmten Situationen oder körperlichen Empfindungen schrittweise zu reduzieren. Für die Agoraphobie mit Panikstörung spielen Expositionsübungen eine besonders wichtige Rolle, bei denen vermiedene Situationen behutsam wieder aufgesucht werden. Ergänzend können Achtsamkeitsübungen dabei helfen, den Umgang mit körperlichen Empfindungen zu verändern.

Medikamentöse Behandlung

In manchen Fällen empfehlen Ärztinnen und Ärzte eine begleitende medikamentöse Therapie, häufig mit Antidepressiva aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Diese Entscheidung wird individuell getroffen und sollte immer in ärztlicher Begleitung erfolgen. Medikamente werden in der Regel nicht als alleinige Behandlung, sondern in Kombination mit psychotherapeutischen Maßnahmen eingesetzt.

Wichtig ist: Behandlungsverläufe sind individuell. Was bei einer Person gut anspricht, kann bei einer anderen Person anders wirken. Veränderungsprozesse brauchen Zeit und aktive Mitarbeit.

Wie Novego bei Panikstörungen und Ängsten unterstützen kann

Unser Online-Therapieprogramm bei Angst richtet sich an Menschen mit Panikstörungen, Agoraphobie, sozialer Phobie und weiteren Angstdiagnosen. Es ist als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) im BfArM-Verzeichnis gelistet und kann kostenlos auf Rezept für gesetzlich Versicherte genutzt werden.

Das Programm basiert auf Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie und kann dabei unterstützen:

  • Angstauslösende Gedankenmuster zu erkennen und zu hinterfragen
  • Wirksame Strategien im Umgang mit Panikattacken zu erlernen
  • Vermeidungsverhalten schrittweise zu reduzieren
  • Achtsamkeit und Entspannungstechniken in den Alltag zu integrieren

Das Programm läuft über sechs Wochen mit wöchentlichen Modulen und etwa 45 bis 60 Minuten Bearbeitungszeit pro Woche. Es eignet sich als Überbrückung bei Wartezeiten auf einen Therapieplatz, begleitend zu einer laufenden Behandlung oder zur Stabilisierung. Die Ergebnisse können individuell unterschiedlich sein und hängen von der aktiven Mitarbeit ab. Novego ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, kann aber eine wertvolle Ergänzung dazu sein.

Ein möglicher erster Schritt kann sein, sich kostenlos auf Rezept anzumelden und das Programm flexibel von zu Hause aus zu nutzen.

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