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| Veröffentlicht am 12. Juni 2026

Wo bekomme ich Hilfe bei Angststörungen?

Wenn die Angst den Alltag bestimmt, Herzrasen und Schwindel ohne erkennbaren Auslöser auftreten oder bestimmte Situationen konsequent gemieden werden, stellt sich oft eine drängende Frage: Wo bekomme ich jetzt eigentlich Hilfe? Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, und viele Betroffene warten zu lange, bevor sie sich Unterstützung suchen. Dabei gibt es heute mehr Anlaufstellen und Möglichkeiten als je zuvor, von der Hausarztpraxis über Psychotherapie bis hin zu digitalen Angeboten.

Dieser Artikel gibt einen strukturierten Überblick über die wichtigsten Hilfsangebote, erklärt, was bei langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz getan werden kann, und zeigt, wann sofortige Unterstützung notwendig ist.

Erste Anlaufstellen bei Angststörungen

Der erste Schritt ist oft der schwerste, aber er muss kein großer sein. Wer Symptome wie anhaltende innere Unruhe, Panikattacken, Vermeidungsverhalten oder eine intensive Angst vor bestimmten Situationen erlebt, kann sich zunächst an die Hausarztpraxis wenden. Dort wird eine erste Einschätzung vorgenommen, körperliche Ursachen werden ausgeschlossen, und bei Bedarf erfolgt eine Überweisung an spezialisierte Fachleute.

Weitere wichtige Anlaufstellen sind:

  • Psychotherapeutische Sprechstunden: Niedergelassene Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten bieten in der Regel Erstgespräche an, die auch ohne langen Vorlauf zugänglich sein können.
  • Psychiatrische Institutsambulanzen (PIA): Diese sind an psychiatrischen Kliniken angegliedert und bieten niedrigschwellige Beratung und Behandlung, auch ohne langen Warteweg.
  • Psychosoziale Beratungsstellen: Gemeindenahe Beratungsangebote, oft kostenfrei, können eine erste Orientierung geben und weiterverweisen.
  • Kassenärztliche Vereinigung: Über die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen kann ein Erstgespräch bei einem Psychotherapeuten vermittelt werden, häufig innerhalb weniger Wochen.

Wer unsicher ist, ob die eigenen Beschwerden einer Angststörung entsprechen, kann als ersten Schritt einen Selbsttest bei Angst absolvieren, um ein besseres Bild der eigenen Symptome zu bekommen.

Psychotherapie und ärztliche Behandlung im Vergleich

Psychotherapie und ärztliche Behandlung schließen sich bei Angststörungen nicht aus, sondern ergänzen sich häufig sinnvoll. Beide Wege haben unterschiedliche Schwerpunkte und können je nach Schweregrad und Art der Angst kombiniert werden.

Ärztliche Behandlung

Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie können neben Gesprächstherapie auch medikamentöse Behandlungen einleiten. Bestimmte Medikamente, etwa aus der Gruppe der Antidepressiva, können bei Angststörungen eingesetzt werden. Die Entscheidung darüber trifft immer die behandelnde Fachperson gemeinsam mit dem Patienten oder der Patientin.

Psychotherapeutische Behandlung

Psychotherapeutische Verfahren, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie, gelten bei Angststörungen als besonders gut untersucht. Sie setzen gezielt an den Gedankenmustern und Verhaltensweisen an, die Angst aufrechterhalten, zum Beispiel Vermeidungsverhalten oder die sogenannte Angst vor der Angst. Auch systemische Therapie und achtsamkeitsbasierte Ansätze werden ergänzend eingesetzt.

Beide Behandlungsformen setzen aktive Mitarbeit voraus. Veränderungsprozesse brauchen Zeit, und Ergebnisse können individuell sehr unterschiedlich ausfallen. Eine professionelle Einschätzung hilft dabei, den passenden Weg zu finden.

Lange Wartezeiten auf einen Therapieplatz überbrücken

Auf einen Therapieplatz zu warten ist für viele Betroffene eine belastende Situation. Wartezeiten von mehreren Monaten sind in Deutschland leider keine Seltenheit. Doch diese Zeit muss nicht ungenutzt verstreichen.

Einige Möglichkeiten, die Wartezeit sinnvoll zu nutzen:

  • Auf der Warteliste mehrerer Praxen eintragen: Es ist ratsam, sich bei mehreren Therapeutinnen und Therapeuten gleichzeitig anzumelden.
  • Probatorische Sitzungen anfragen: Manche Praxen bieten Erstgespräche an, auch wenn noch kein regulärer Therapieplatz verfügbar ist.
  • Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen kann entlasten und das Gefühl von Isolation verringern.
  • Strukturierte digitale Unterstützung: Digitale Gesundheitsanwendungen können als Überbrückung genutzt werden und dabei helfen, erste Strategien im Umgang mit Angst zu erlernen.
  • Regelmäßige Bewegung und Schlafhygiene: Körperliche Aktivität und ein stabiler Schlafrhythmus können das allgemeine Wohlbefinden unterstützen.

Wichtig ist, auch während der Wartezeit in regelmäßigem Kontakt mit der Hausarztpraxis zu bleiben, damit bei einer Verschlechterung der Symptome schnell gehandelt werden kann.

Online-Therapieprogramme als niedrigschwellige Option

Digitale Angebote haben in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen, besonders als ergänzende oder überbrückende Unterstützung bei psychischen Belastungen wie Angststörungen, Sozialphobie oder Panikstörungen. Solche Programme sind von zu Hause aus zugänglich, flexibel einteilbar und können ohne Wartezeit gestartet werden.

Sogenannte Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) sind vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geprüft und im DiGA-Verzeichnis gelistet. Sie erfüllen damit bestimmte Anforderungen an Sicherheit, Datenschutz und wissenschaftliche Grundlage. DiGAs können von Ärztinnen, Ärzten oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten auf Rezept verordnet werden und sind für gesetzlich Versicherte kostenfrei zugänglich.

Online-Therapieprogramme ersetzen keine Psychotherapie, können aber eine wertvolle Ergänzung sein, zum Beispiel parallel zu einer laufenden Behandlung, als Vorbereitung auf einen Therapieplatz oder zur Stabilisierung nach einer abgeschlossenen Therapie. Wer mehr über Hilfe bei Ängsten erfahren möchte, findet dort konkrete Informationen zu strukturierten Programmen.

Wann sofortige Hilfe notwendig ist

Es gibt Situationen, in denen das Warten auf einen regulären Therapieplatz keine Option ist. Bei akuten Krisen, schweren Symptomen oder dem Auftreten von Gedanken, sich selbst zu schaden oder das Leben zu beenden, ist sofortige professionelle Hilfe unbedingt erforderlich.

In solchen Momenten stehen folgende Anlaufstellen zur Verfügung:

  • Notruf 112 oder der ärztliche Bereitschaftsdienst 116 117 bei akuten medizinischen Notfällen
  • Telefonseelsorge: Kostenlos und rund um die Uhr erreichbar unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222
  • Psychiatrische Notaufnahme der nächstgelegenen Klinik
  • Krisentelefone lokaler psychiatrischer Einrichtungen

Selbsthilfeangebote und digitale Programme sind in akuten Krisensituationen nicht ausreichend. Bitte nehmen Sie in solchen Momenten professionelle Unterstützung in Anspruch.

So kann Novego bei Angststörungen unterstützen

Unser Online-Therapieprogramm bei Angst ist speziell für Menschen entwickelt worden, die unter Ängsten, Panik oder Phobien leiden und strukturierte Unterstützung suchen. Das Programm ist im DiGA-Verzeichnis des BfArM gelistet und kann auf Rezept kostenfrei von gesetzlich Versicherten genutzt werden.

Was das Programm bietet:

  • 6 wöchentliche Module mit jeweils etwa 45 bis 60 Minuten Bearbeitungszeit
  • 365 Tage Zugriff auf alle Inhalte, flexibel von zu Hause nutzbar
  • Inhalte basierend auf kognitiver Verhaltenstherapie, individuell angepasst an verschiedene Angstdiagnosen wie soziale Phobie, Agoraphobie oder Panikstörung
  • Geeignet als Überbrückung bei Wartezeiten, begleitend zu einer laufenden Behandlung oder zur Stabilisierung
  • Datenschutz nach ISO 27001 und DSGVO-konformer Datenverarbeitung

Das Programm zielt darauf ab, wirksame Strategien im Umgang mit Angst zu vermitteln und kann dabei helfen, Symptome zu reduzieren. Ergebnisse können individuell sehr unterschiedlich ausfallen und setzen aktive Mitarbeit voraus. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Psychotherapeutin oder Ihrem Psychotherapeuten darüber, ob das Programm für Sie geeignet ist, und lassen Sie sich das Rezept kostenfrei auf Rezept ausstellen.

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