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Depression: PZN 17865862

Angst: PZN 18726714

| Veröffentlicht am 29. Juni 2026

Wie wird eine Panikstörung diagnostiziert?

Eine Panikstörung wird diagnostiziert, wenn wiederkehrende, unerwartete Panikattacken auftreten und die betroffene Person danach anhaltende Angst vor weiteren Attacken oder deren Folgen entwickelt. Die Diagnose orientiert sich an international anerkannten Klassifikationssystemen, insbesondere dem ICD-10. Im Folgenden erfahren Sie, wie der Diagnoseprozess abläuft, welche Fachleute beteiligt sind und was nach einer Diagnose folgt.

Welche Kriterien muss eine Panikstörung erfüllen?

Nach dem Klassifikationssystem ICD-10 liegt eine Panikstörung vor, wenn wiederholt schwere Angstattacken auftreten, die nicht auf eine bestimmte Situation oder ein bestimmtes Objekt beschränkt sind, sondern scheinbar spontan und unvorhersehbar entstehen. Zusätzlich muss mindestens einen Monat lang anhaltende Besorgnis über weitere Attacken oder deren Konsequenzen bestehen.

Konkret bedeutet das: Eine einzelne Panikattacke reicht für die Diagnose nicht aus. Entscheidend ist das Muster. Im ICD-10 wird die Panikstörung unter dem Code F41.0 erfasst. Für die Diagnose müssen mehrere körperliche und psychische Symptome gleichzeitig auftreten, darunter:

  • Herzrasen oder Herzklopfen
  • Atemnot oder Erstickungsgefühl
  • Schwindel oder Benommenheit
  • Zittern oder Schwitzen
  • Taubheitsgefühle oder Kribbeln
  • Beklemmungsgefühl oder Schmerzen in der Brust
  • Todesangst oder Angst vor Kontrollverlust
  • Wirklichkeitsverlust oder das Gefühl, neben sich zu stehen

Die Attacken erreichen ihren Höhepunkt typischerweise innerhalb weniger Minuten und klingen dann wieder ab. Wichtig ist: Die Symptome sind real und können sehr belastend sein, auch wenn sie in der Regel keine körperliche Ursache haben.

Wie unterscheidet sich eine Panikstörung von anderen Angststörungen?

Der wesentliche Unterschied zwischen einer Panikstörung und anderen Angststörungen liegt in der Unvorhersehbarkeit der Attacken. Bei der Panikstörung treten die Anfälle ohne erkennbaren äußeren Auslöser auf, während andere Angststörungen meist an bestimmte Situationen, Objekte oder Gedanken geknüpft sind.

Ein Vergleich verdeutlicht die Unterschiede:

  • Panikstörung (F41.0): Spontane, wiederkehrende Panikattacken ohne spezifischen Auslöser, begleitet von anhaltender Erwartungsangst
  • Agoraphobie (F40.0): Angst vor Situationen, aus denen Flucht schwierig erscheint, zum Beispiel öffentliche Plätze oder Menschenmengen. Kann gemeinsam mit einer Panikstörung auftreten (F40.01)
  • Soziale Phobie (F40.1): Angst vor sozialen Situationen und der Bewertung durch andere
  • Generalisierte Angststörung (F41.1): Anhaltende, diffuse Sorgen über viele Lebensbereiche, ohne spezifische Panikattacken
  • Spezifische Phobien (F40.2): Angst vor einem konkreten Objekt oder einer konkreten Situation, zum Beispiel Höhenangst oder Tierphobien

Die genaue Abgrenzung ist wichtig, weil sie die Behandlung beeinflusst. Manchmal treten mehrere Angststörungen gleichzeitig auf, was eine sorgfältige Diagnostik erfordert.

Welcher Arzt oder Therapeut stellt die Diagnose?

Die Diagnose einer Panikstörung kann von verschiedenen Fachleuten gestellt werden. In der Regel ist der erste Ansprechpartner die Hausarztpraxis, die körperliche Ursachen ausschließt und bei Bedarf an Spezialistinnen und Spezialisten überweist. Die eigentliche psychiatrische oder psychotherapeutische Diagnose wird von Psychiaterinnen und Psychiatern, ärztlichen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten oder psychologischen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gestellt.

Der typische Weg sieht so aus:

  1. Hausarztpraxis: Erster Kontakt, körperliche Untersuchung, Ausschluss organischer Ursachen
  2. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie: Differenzierte psychiatrische Diagnostik
  3. Psychologische Psychotherapeutin oder psychologischer Psychotherapeut: Ausführliche Diagnostik und Einleitung einer Psychotherapie

Wenn Sie unsicher sind, wo Sie anfangen sollen, ist die Hausarztpraxis ein guter erster Schritt. Von dort aus können Sie gezielt weitergeleitet werden.

Welche Untersuchungen werden bei einer Panikstörung durchgeführt?

Bei der Abklärung einer Panikstörung werden zunächst körperliche Untersuchungen durchgeführt, um organische Ursachen auszuschließen. Erst wenn körperliche Erkrankungen ausgeschlossen sind, kann eine psychische Diagnose gestellt werden. Die Diagnostik umfasst in der Regel mehrere Schritte.

Körperliche Untersuchungen

Viele Symptome einer Panikattacke, wie Herzrasen, Atemnot oder Schwindel, können auch bei körperlichen Erkrankungen auftreten. Daher prüfen Ärztinnen und Ärzte zunächst, ob zum Beispiel eine Schilddrüsenerkrankung, Herzrhythmusstörungen oder andere organische Ursachen vorliegen. Dazu können ein EKG, Blutuntersuchungen und weitere Tests gehören.

Psychologische Diagnostik

Nach dem Ausschluss körperlicher Ursachen folgt die psychologische Diagnostik. Diese umfasst strukturierte Interviews, bei denen Fachleute gezielt nach der Häufigkeit, Intensität und dem Verlauf der Panikattacken fragen. Ergänzend können standardisierte Fragebögen eingesetzt werden, die helfen, das Ausmaß der Beschwerden einzuschätzen und andere Erkrankungen abzugrenzen. Wenn Sie sich fragen, ob Ihre Symptome auf eine Angststörung hindeuten könnten, kann ein Selbsttest bei Angst ein erster Orientierungspunkt sein, ersetzt aber keine professionelle Diagnose.

Kann eine Panikstörung zusammen mit anderen Erkrankungen auftreten?

Ja, eine Panikstörung tritt häufig gemeinsam mit anderen psychischen oder körperlichen Erkrankungen auf. Fachleute sprechen in diesem Fall von Komorbidität. Das ist kein Ausnahmefall, sondern kommt bei Angststörungen insgesamt häufig vor.

Besonders häufige Begleiterkrankungen sind:

  • Agoraphobie: Viele Menschen mit Panikstörung entwickeln im Verlauf eine Agoraphobie, weil sie Situationen meiden, in denen eine Panikattacke besonders bedrohlich wirken würde
  • Depression: Anhaltende Angst und Einschränkungen im Alltag können depressive Episoden begünstigen
  • Weitere Angststörungen: Generalisierte Angststörung oder soziale Phobie können gleichzeitig bestehen
  • Körperliche Beschwerden: Chronische Schmerzen oder Magen-Darm-Probleme treten manchmal begleitend auf

Eine gründliche Diagnostik berücksichtigt deshalb immer das gesamte Beschwerdebild. Komorbide Erkrankungen beeinflussen die Behandlungsplanung und sollten gemeinsam mit Fachleuten besprochen werden.

Was passiert nach der Diagnose einer Panikstörung?

Nach der Diagnose einer Panikstörung besprechen Fachleute gemeinsam mit der betroffenen Person die passenden Behandlungsmöglichkeiten. Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Beschwerden, möglichen Begleiterkrankungen und den individuellen Bedürfnissen. Als gut untersuchte Methode gilt die kognitive Verhaltenstherapie, die darauf abzielt, Denkmuster und Verhaltensweisen rund um die Angst zu verändern.

Typische nächste Schritte nach der Diagnose können sein:

  • Aufklärung über die Erkrankung, damit Betroffene die Symptome besser einordnen können
  • Einleitung einer Psychotherapie, zum Beispiel kognitiver Verhaltenstherapie
  • Gegebenenfalls medikamentöse Unterstützung, abgestimmt mit einer Ärztin oder einem Arzt
  • Erlernen von Techniken zur Stressbewältigung und Entspannung
  • Aufbau von Alltagsstrategien, um schrittweise angstbesetzte Situationen wieder aufzusuchen

Veränderungen brauchen Zeit und aktive Mitarbeit. Es kann helfen, sich frühzeitig Unterstützung zu suchen, auch wenn ein Therapieplatz noch auf sich warten lässt.

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  • Flexibel von zu Hause nutzbar, individuell angepasst an Ihre Situation
  • Entwickelt und kontinuierlich weiterentwickelt von einem Team aus Fachärztinnen und Fachärzten, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten
  • Datensicherheit nach ISO 27001 und DSGVO-konforme Datenverarbeitung

Das Programm ersetzt keine Psychotherapie oder ärztliche Behandlung, kann aber sehr gut als Ergänzung oder Überbrückung eingesetzt werden. Erfahren Sie mehr über unser Programm bei Ängsten oder informieren Sie sich, wie Sie Novego kostenlos auf Rezept erhalten können.

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Dies ist eine unabhängige Patienteninformation mit dem Ziel, unseren Nutzern bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, die auch ohne medizinisches Fachwissen verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.

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