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| Veröffentlicht am 15. Juni 2026

Wann sollte man wegen einer Angststörung zum Arzt gehen?

Bei einer Angststörung sollte man zum Arzt gehen, wenn die Angst das tägliche Leben deutlich einschränkt, regelmäßig auftritt, sich körperlich äußert oder nicht mehr kontrollierbar wirkt. Gelegentliche Nervosität ist normal, doch wenn Angstgefühle unverhältnismäßig stark sind, bestimmte Situationen dauerhaft gemieden werden oder der Leidensdruck spürbar zunimmt, ist professionelle Unterstützung ein wichtiger Schritt. Die folgenden Fragen helfen Ihnen dabei, Ihre Situation besser einzuschätzen und den richtigen Weg zur Hilfe bei Ängsten zu finden.

Wie erkenne ich, ob meine Angst behandlungsbedürftig ist?

Angst ist behandlungsbedürftig, wenn sie regelmäßig auftritt, unverhältnismäßig stark im Vergleich zur tatsächlichen Situation ist, das Alltagsleben einschränkt oder zu Vermeidungsverhalten führt. Entscheidend ist nicht die Art der Angst, sondern das Ausmaß, in dem sie Ihr Leben bestimmt.

Ein hilfreicher Anhaltspunkt ist die Frage: Verändere ich mein Verhalten wegen der Angst? Wer bestimmte Orte, Situationen oder soziale Kontakte zunehmend meidet, um Angstgefühle zu umgehen, erlebt oft eine schleichende Einschränkung der eigenen Lebensqualität. Auch wenn die Angst nachts den Schlaf raubt, die Konzentration beeinträchtigt oder sich körperlich bemerkbar macht, sind das ernst zu nehmende Hinweise.

Weitere Zeichen, die für eine professionelle Einschätzung sprechen:

  • Die Angst tritt häufig oder täglich auf, ohne klaren äußeren Auslöser
  • Sie fühlen sich dauerhaft angespannt oder in Alarmbereitschaft
  • Beruhigungsversuche helfen kaum oder nur kurz
  • Nahestehende Menschen machen sich Sorgen um Sie
  • Die Angst begleitet Sie schon seit Wochen oder Monaten

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihre Beschwerden einer Angststörung entsprechen, kann ein Selbsttest bei Angst eine erste Orientierung bieten. Er ersetzt keine Diagnose, kann aber dabei helfen, den eigenen Leidensdruck besser einzuschätzen.

Welche körperlichen Symptome einer Angststörung sollte man ernst nehmen?

Körperliche Symptome wie Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Zittern, Schwitzen, Übelkeit oder ein Beklemmungsgefühl in der Brust können Begleiterscheinungen einer Angststörung sein. Sie entstehen durch die körperliche Stressreaktion des Nervensystems und sind real, auch wenn keine organische Ursache vorliegt.

Besonders bei plötzlich auftretenden, intensiven Beschwerden wie Herzrasen oder Atemnot ist es wichtig, zunächst körperliche Erkrankungen auszuschließen. Ein Arztbesuch ist in diesen Fällen der richtige erste Schritt, nicht nur um Klarheit zu bekommen, sondern auch um die eigene Sicherheit zu gewährleisten.

Folgende körperliche Symptome sollten ärztlich abgeklärt werden:

  • Wiederkehrendes Herzrasen oder Herzstolpern ohne körperliche Ursache
  • Atemnot oder das Gefühl, nicht richtig durchatmen zu können
  • Schmerzen oder Druck im Brustraum
  • Anhaltender Schwindel oder Taubheitsgefühle
  • Plötzliche, unerklärliche Anfälle mit starker Todesangst oder Wirklichkeitsverlust

Wenn solche Anfälle wiederholt auftreten und keine körperliche Ursache gefunden wird, kann es sich um Panikattacken handeln. Auch das ist ein klares Signal, professionelle Unterstützung zu suchen.

Was passiert beim ersten Arztbesuch wegen Angststörung?

Beim ersten Arztbesuch wegen Angst wird zunächst das Gespräch gesucht: Der Arzt oder die Ärztin fragt nach der Art der Beschwerden, ihrer Häufigkeit, möglichen Auslösern und der Dauer. Körperliche Ursachen werden ausgeschlossen, bevor eine psychische Einschätzung erfolgt.

Viele Menschen zögern, diesen Schritt zu gehen, weil sie nicht wissen, was sie erwartet. Tatsächlich ist das Erstgespräch oft weniger einschüchternd als befürchtet. Sie müssen nicht alles auf einmal erklären oder eine genaue Diagnose kennen. Es reicht, zu schildern, was Sie belastet und wie sich die Angst in Ihrem Alltag zeigt.

Ein typischer Ablauf beim Ersttermin kann so aussehen:

  1. Schilderung der Beschwerden im offenen Gespräch
  2. Körperliche Untersuchung oder Laborwerte, um organische Ursachen auszuschließen
  3. Einschätzung des Schweregrades und Besprechung möglicher nächster Schritte
  4. Gegebenenfalls Überweisung an eine psychiatrische oder psychotherapeutische Fachkraft

Es kann helfen, sich vor dem Termin Notizen zu machen: Wann tritt die Angst auf? Wie lange dauern die Episoden? Welche Situationen lösen sie aus? So fällt es leichter, im Gespräch alles Wichtige anzusprechen.

Welcher Arzt ist bei Angststörungen der richtige Ansprechpartner?

Bei Angststörungen ist die Hausarztpraxis oft der erste und richtige Anlaufpunkt. Sie kann körperliche Ursachen ausschließen, eine erste Einschätzung vornehmen und bei Bedarf an Fachärzte für Psychiatrie oder an Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten überweisen.

Je nach Beschwerdebild und Schweregrad können unterschiedliche Fachrichtungen weiterhelfen:

  • Hausarzt oder Hausärztin: Erste Anlaufstelle, koordiniert die weitere Versorgung
  • Facharzt oder Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie: Spezialisiert auf psychische Erkrankungen, kann auch medikamentöse Behandlung einleiten
  • Psychologische Psychotherapeutin oder psychologischer Psychotherapeut: Bietet gesprächsbasierte Therapie, z. B. kognitive Verhaltenstherapie
  • Psychiatrische Institutsambulanzen: Anlaufstelle bei schweren Beschwerden oder langen Wartezeiten

Es gibt keine falsche Reihenfolge. Wer nicht weiß, wo er anfangen soll, ist mit dem Hausarzt oder der Hausärztin gut beraten. Von dort aus lässt sich der weitere Weg gemeinsam planen.

Was kann man tun, während man auf einen Therapieplatz wartet?

Während der Wartezeit auf einen Therapieplatz ist es sinnvoll, aktiv zu bleiben und verfügbare Unterstützungsangebote zu nutzen. Dazu gehören psychoedukative Selbsthilfematerialien, Entspannungsübungen, Bewegung im Alltag sowie digitale Gesundheitsangebote, die evidenzbasierte Techniken vermitteln.

Die Wartezeit auf einen Therapieplatz kann belastend sein, muss aber nicht bedeutungslos vergehen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die eigene Situation in dieser Zeit zu stabilisieren:

  • Psychoedukation: Verstehen, wie Angst entsteht und wirkt, kann bereits entlastend sein
  • Atemübungen und Entspannungstechniken: Helfen, körperliche Anspannung zu reduzieren
  • Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität kann das Nervensystem positiv beeinflussen
  • Soziale Unterstützung: Vertraute Menschen einzubeziehen, kann Isolation verringern
  • Strukturierter Tagesablauf: Gibt Sicherheit und Orientierung

Wichtig: Wenn sich die Beschwerden deutlich verschlechtern, Gedanken an Selbstverletzung auftreten oder Sie sich in einer akuten Krise befinden, wenden Sie sich bitte sofort an eine Krisenhotline, die Telefonseelsorge (0800 111 0 111, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar) oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Selbsthilfe allein ist in solchen Situationen nicht ausreichend.

Wie Novego bei Angststörungen unterstützen kann

Unser Online-Therapieprogramm bei Angst kann eine sinnvolle Unterstützung sein, ob als Überbrückung während der Wartezeit auf einen Therapieplatz, begleitend zu einer laufenden Behandlung oder zur Stabilisierung im Alltag. Das Programm ist im DiGA-Verzeichnis des BfArM gelistet und wurde in klinischen Studien untersucht.

Das Programm zielt darauf ab, wirksame Strategien der kognitiven Verhaltenstherapie zugänglich zu machen, individuell angepasst und flexibel von zu Hause nutzbar. Es richtet sich an Erwachsene ab 17 Jahren mit verschiedenen Angstdiagnosen, darunter Panikstörung, soziale Phobie und Agoraphobie.

Das Programm bietet unter anderem:

  • Sechs wöchentliche Module mit je etwa 45 bis 60 Minuten Bearbeitungszeit
  • 365 Tage Zugriff auf alle Inhalte
  • Techniken aus der kognitiven Verhaltenstherapie mit Elementen der Achtsamkeit
  • Datensicherheit nach ISO 27001 und DSGVO-konforme Verarbeitung
  • Kostenfreie Nutzung auf Rezept für gesetzlich Versicherte

Ergebnisse können individuell unterschiedlich sein, und Veränderungsprozesse brauchen Zeit und aktive Mitarbeit. Novego ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, kann aber eine wertvolle Ergänzung sein. Erfahren Sie mehr und starten Sie noch heute: Novego kostenlos auf Rezept.

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Dies ist eine unabhängige Patienteninformation mit dem Ziel, unseren Nutzern bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, die auch ohne medizinisches Fachwissen verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.

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