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Depression: PZN 17865862

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| Veröffentlicht am 25. Juni 2026

Gibt es Online-Unterstützung bei Angststörungen?

Angst gehört zum Leben. Sie warnt uns vor Gefahren und kann uns in bestimmten Momenten sogar schützen. Doch wenn Angst dauerhaft belastet, den Alltag einschränkt oder sich in körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Schwindel oder Atemnot äußert, lohnt es sich, gezielt Unterstützung zu suchen. Viele Menschen fragen sich dabei, ob es neben dem klassischen Therapieplatz auch digitale Wege gibt. Die Antwort ist: Ja, und das Angebot ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen.

Gerade bei Angststörungen, Panikattacken oder innerer Unruhe ist der erste Schritt oft der schwerste. Lange Wartezeiten auf einen Therapieplatz, Unsicherheit darüber, wohin man sich wenden soll, oder schlicht die Angst vor der Angst selbst können dazu führen, dass Menschen zu lange ohne Unterstützung bleiben. Online-Angebote können hier eine niedrigschwellige Möglichkeit sein, frühzeitig anzusetzen.

Welche Formen der Online-Unterstützung gibt es?

Das digitale Angebot rund um psychische Gesundheit ist vielfältig und reicht von einfachen Informationsportalen bis hin zu klinisch geprüften Programmen. Es lohnt sich, die verschiedenen Formate zu kennen, um das Passende für die eigene Situation zu finden.

  • Informations- und Selbsthilfe-Websites: Portale, die über Symptome, Diagnosen und Bewältigungsstrategien aufklären. Sie sind ein guter Einstieg, um die eigene Situation besser einzuordnen.
  • Online-Selbsttests: Strukturierte Fragebögen, die dabei helfen können, erste Hinweise auf mögliche Belastungen zu erkennen. Ein Selbsttest bei Angst kann ein erster Schritt sein, um die eigene Situation einzuschätzen.
  • Apps und digitale Übungsprogramme: Anwendungen, die konkrete Techniken wie Atemübungen, Entspannungsverfahren oder Achtsamkeitstraining vermitteln.
  • Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA): Klinisch geprüfte Programme, die im DiGA-Verzeichnis des BfArM gelistet sind und auf Rezept kostenfrei für gesetzlich Versicherte zur Verfügung stehen.
  • Online-Beratung und Videotherapie: Gespräche mit Fachkräften über digitale Kanäle, die eine persönliche therapeutische Beziehung ermöglichen.

Nicht jedes Format ist für jede Situation geeignet. Bei leichteren Belastungen können strukturierte Selbsthilfeprogramme sinnvoll sein. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden ist eine Einschätzung durch eine ärztliche oder psychotherapeutische Fachkraft empfehlenswert.

Wie Online-Programme bei Angstsymptomen wirken

Klinisch geprüfte Online-Programme orientieren sich an denselben psychotherapeutischen Methoden, die auch in der Praxis eingesetzt werden. Der Unterschied liegt im Format: Inhalte werden strukturiert, selbstgesteuert und flexibel von zu Hause aus bearbeitet.

Ein zentraler Ansatz ist die kognitive Verhaltenstherapie (KVT). Sie zielt darauf ab, Denkmuster und Verhaltensweisen zu erkennen, die Angst aufrechterhalten, und schrittweise zu verändern. Dazu gehören unter anderem:

  • Das Erkennen von Gedanken, die Angst verstärken, wie etwa Katastrophendenken oder Überschätzung von Gefahren
  • Techniken zur Expositionsübung, also das schrittweise Annähern an angstauslösende Situationen
  • Atemübungen und Entspannungsverfahren, die körperliche Symptome wie Herzrasen oder Zittern lindern können
  • Achtsamkeitsübungen, die helfen können, Gedanken zu beobachten, ohne von ihnen überwältigt zu werden

Studien haben untersucht, ob digitale Programme auf Basis der KVT bei Angststörungen wirksam sein können. Die Ergebnisse sind vielversprechend, wobei individuelle Verläufe unterschiedlich sind und aktive Mitarbeit eine wichtige Rolle spielt. Online-Programme ersetzen keine psychotherapeutische Behandlung, können aber eine wertvolle Ergänzung sein, insbesondere wenn der Zugang zu Fachkräften eingeschränkt ist.

Wann Online-Unterstützung besonders geeignet ist

Online-Angebote passen nicht für jede Situation gleich gut. Es gibt jedoch Konstellationen, in denen sie besonders hilfreich sein können.

Als Überbrückung bei Wartezeiten

In Deutschland kann die Wartezeit auf einen Therapieplatz mehrere Monate betragen. Wer in dieser Zeit nicht untätig bleiben möchte, kann mit einem strukturierten Online-Programm erste Strategien erlernen und aktiv an der eigenen Situation arbeiten. Das kann dazu beitragen, die Wartezeit sinnvoll zu nutzen und sich auf eine spätere Therapie vorzubereiten.

Begleitend zu einer laufenden Behandlung

Online-Programme können auch parallel zu einer ärztlichen oder psychotherapeutischen Behandlung eingesetzt werden. Sie bieten die Möglichkeit, Inhalte aus der Therapie zu vertiefen, Übungen regelmäßig zu wiederholen und Strategien im Alltag zu festigen. Sprechen Sie in diesem Fall am besten mit Ihrer behandelnden Fachkraft darüber, ob eine digitale Ergänzung sinnvoll ist.

Zur Prävention und Stabilisierung

Wer merkt, dass Angst oder innere Unruhe zunehmen, muss nicht warten, bis die Belastung einen kritischen Punkt erreicht. Frühzeitig anzusetzen und Strategien zu erlernen kann dabei helfen, einer Verschlimmerung entgegenzuwirken. Auch nach einer abgeschlossenen Behandlung können Online-Angebote zur Stabilisierung beitragen.

Wichtig: Bei akuten Krisen, starken depressiven Episoden oder Gedanken, sich selbst zu schaden, ist professionelle Hilfe unbedingt notwendig. Wenden Sie sich in solchen Situationen an eine ärztliche oder psychotherapeutische Fachkraft, den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 oder im Notfall an den Notruf 112. Die Telefonseelsorge ist kostenlos und rund um die Uhr erreichbar: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.

Kostenübernahme und Zugang über die Krankenkasse

Ein häufiges Hindernis bei der Nutzung digitaler Gesundheitsangebote ist die Frage nach den Kosten. Hier gibt es gute Nachrichten: Für als DiGA gelistete Programme übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten vollständig, wenn ein entsprechendes Rezept vorliegt.

Der Weg dazu ist in der Regel unkompliziert. Eine Ärztin, ein Arzt oder eine psychotherapeutische Fachkraft stellt ein Rezept für die entsprechende DiGA aus. Mit diesem Rezept beantragt man bei der eigenen Krankenkasse einen Freischaltcode, mit dem das Programm dann kostenlos genutzt werden kann. Mehr Informationen dazu finden Sie auf der Seite Novego kostenlos auf Rezept.

Wer sich unsicher ist, ob ein Online-Programm das Richtige ist, kann zunächst das Gespräch mit der Hausarztpraxis suchen. Diese kann einschätzen, ob eine DiGA sinnvoll ist, und gegebenenfalls an eine Fachpraxis weiterverweisen.

So kann Novego bei Angststörungen unterstützen

Unser Online-Therapieprogramm bei Angst ist eine im DiGA-Verzeichnis des BfArM gelistete Digitale Gesundheitsanwendung und wurde speziell entwickelt, um Menschen mit Ängsten, Panik und Phobien zu unterstützen. Das Programm zielt darauf ab, wirksame Strategien der kognitiven Verhaltenstherapie zu vermitteln, und eignet sich unter anderem bei:

  • Sozialer Phobie und Angst vor bestimmten Situationen
  • Agoraphobie und Vermeidungsverhalten
  • Panikstörungen und plötzlichen Angstanfällen
  • Innerer Unruhe und anhaltender Besorgnis

Das Programm läuft über sechs Wochen mit wöchentlichen Modulen und einem Zeitaufwand von etwa 45 bis 60 Minuten pro Woche. Es ist flexibel von zu Hause aus nutzbar, individuell angepasst und bietet 365 Tage Zugriff. Die Wirksamkeit wurde in Studien untersucht, wobei individuelle Ergebnisse variieren können und aktive Mitarbeit eine wesentliche Rolle spielt.

Als DiGA ist das Programm für gesetzlich Versicherte kostenfrei auf Rezept erhältlich. Wenn Sie mehr erfahren möchten oder einschätzen möchten, ob das Programm für Sie geeignet sein könnte, besuchen Sie unsere Seite zum Online-Therapieprogramm bei Angst. Ein erster Schritt kann sein, sich dort einen Überblick zu verschaffen und das Gespräch mit Ihrer Arztpraxis zu suchen.

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