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| Veröffentlicht am 9. August 2026

Was passiert, wenn man aufgrund von Angstzuständen nicht arbeiten kann?

Wer aufgrund von Angstzuständen nicht arbeiten kann, hat das Recht, sich krankschreiben zu lassen. Psychische Erkrankungen, darunter auch Angststörungen, sind anerkannte medizinische Gründe für eine Arbeitsunfähigkeit, genau wie körperliche Erkrankungen. Wie lange die Krankschreibung dauert, welche finanziellen Folgen entstehen und welche Behandlungswege helfen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wann gelten Angstzustände als Grund für eine Krankschreibung?

Angstzustände gelten als Grund für eine Krankschreibung, wenn sie so stark ausgeprägt sind, dass die betroffene Person ihre Arbeit nicht mehr zuverlässig ausüben kann. Dazu gehören Symptome wie Herzrasen, Schwindel, Atemnot, starke innere Unruhe oder ausgeprägte Vermeidungsverhaltensweisen, die den Arbeitsalltag erheblich beeinträchtigen.

Eine Krankschreibung wegen Angst vor der Arbeit oder wegen einer Angststörung wird von einem Arzt oder einer Ärztin ausgestellt, wenn die Beschwerden die Arbeitsfähigkeit einschränken. Das kann bei einer generalisierten Angststörung der Fall sein, aber auch bei Panikstörungen, sozialen Phobien oder einer Agoraphobie. Es ist nicht notwendig, bereits eine formelle Diagnose zu haben. Entscheidend ist, dass die Symptome so belastend sind, dass eine normale Berufsausübung nicht möglich ist.

Wichtig zu wissen: Psychische Erkrankungen werden medizinisch genauso ernst genommen wie körperliche. Wer unter starker Angst vor der Arbeit leidet, sollte nicht zögern, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wie lange kann man wegen einer Angststörung krankgeschrieben sein?

Wie lange eine Krankschreibung wegen einer Angststörung dauert, hängt vom individuellen Verlauf und der Schwere der Erkrankung ab. Es gibt keine festgelegte Höchstdauer. Kurzfristige Krankschreibungen von einigen Tagen sind ebenso möglich wie längere Phasen über mehrere Wochen oder Monate, wenn die Erkrankung es erfordert.

In der Regel stellt die behandelnde Praxis zunächst eine Krankschreibung für eine oder zwei Wochen aus und verlängert diese bei Bedarf. Bei schwerwiegenderen oder länger andauernden Angststörungen kann die Krankschreibung auch über einen längeren Zeitraum bestehen. Entscheidend ist dabei die enge Zusammenarbeit mit einer Ärztin oder einem Arzt, die oder der den Verlauf begleitet.

Bei sehr langen Krankheitsphasen können auch Rehabilitationsmaßnahmen oder ein stufenweiser Wiedereinstieg in den Beruf sinnvoll sein, um die Rückkehr zur Arbeit behutsam zu gestalten.

Was sind die finanziellen Folgen, wenn man wegen Angst nicht arbeiten kann?

Wer wegen Angstzuständen nicht arbeiten kann, erhält in den ersten sechs Wochen der Krankschreibung in der Regel die volle Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber. Ab der siebten Woche übernimmt die gesetzliche Krankenkasse und zahlt Krankengeld, das in der Regel etwa 70 Prozent des Bruttoverdienstes beträgt.

Das Krankengeld kann für gesetzlich Versicherte bis zu 78 Wochen innerhalb von drei Jahren für dieselbe Erkrankung bezogen werden. Danach können je nach Situation weitere Leistungen greifen, zum Beispiel durch die Rentenversicherung oder das Jobcenter. Es empfiehlt sich, frühzeitig das Gespräch mit der Krankenkasse zu suchen, um alle Optionen zu kennen und finanzielle Unsicherheiten zu vermeiden.

Privatversicherte sollten ihre individuellen Vertragsbedingungen prüfen, da die Regelungen dort abweichen können.

Muss man dem Arbeitgeber mitteilen, dass man wegen Angststörungen fehlt?

Nein, Sie sind nicht verpflichtet, Ihrem Arbeitgeber die genaue Diagnose mitzuteilen. Es reicht aus, die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung einzureichen. Der Arbeitgeber erfährt lediglich, dass Sie arbeitsunfähig sind, nicht jedoch den medizinischen Grund dafür.

Die ärztliche Schweigepflicht schützt Ihre Diagnose. Angaben wie „psychische Erkrankung“ oder „Angststörung“ müssen Sie gegenüber dem Arbeitgeber nicht machen. Wenn Sie sich dennoch dazu entschließen, offen zu kommunizieren, kann das in manchen Arbeitsumgebungen hilfreich sein, ist aber immer eine persönliche Entscheidung.

Einzig dem betriebsärztlichen Dienst, sofern vorhanden, können im Rahmen eines Wiedereingliederungsverfahrens bestimmte Informationen weitergegeben werden, jedoch auch dort nur mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung.

Welche Behandlungsmöglichkeiten helfen, wieder arbeitsfähig zu werden?

Bei Angststörungen gelten psychotherapeutische Verfahren, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie, als gut untersuchte Behandlungsform. Ergänzend können je nach Diagnose und Verlauf auch medikamentöse Behandlungen sinnvoll sein, die von einer Ärztin oder einem Arzt begleitet werden sollten.

Folgende Wege können dabei unterstützen, die Arbeitsfähigkeit schrittweise zurückzugewinnen:

  • Psychotherapie: Kognitive Verhaltenstherapie kann dabei helfen, angstauslösende Gedankenmuster zu erkennen und schrittweise zu verändern.
  • Ärztliche Begleitung: Eine hausärztliche oder psychiatrische Begleitung stellt sicher, dass die Behandlung dem individuellen Verlauf angepasst wird.
  • Digitale Unterstützungsangebote: Online-Programme bei Ängsten können ergänzend zu einer Behandlung eingesetzt werden und sind flexibel von zu Hause nutzbar.
  • Stufenweise Wiedereingliederung: Ein schrittweiser Rückkehrplan, abgestimmt mit Arzt und Arbeitgeber, kann den Übergang zurück in den Berufsalltag erleichtern.
  • Achtsamkeit und Stressbewältigung: Techniken zur Regulierung von Anspannung können ergänzend helfen, den Alltag besser zu gestalten.

Es ist wichtig, die Behandlung nicht vorschnell abzubrechen. Veränderungsprozesse brauchen Zeit und aktive Mitarbeit.

Was kann man tun, wenn man keinen Therapieplatz bekommt?

Wenn kein Therapieplatz verfügbar ist, gibt es mehrere Möglichkeiten, die Wartezeit sinnvoll zu überbrücken. Eine Psychotherapie-Sprechstunde bei niedergelassenen Therapeutinnen und Therapeuten ist ohne lange Wartezeit zugänglich und kann ein erster wichtiger Schritt sein. Auch psychiatrische Institutsambulanzen bieten oft kurzfristigere Termine an.

Darüber hinaus können folgende Optionen helfen:

  • Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen: Diese vermitteln innerhalb von vier Wochen einen Ersttermin bei einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten.
  • Beratungsstellen: Psychosoziale Beratungsstellen bieten Unterstützung, auch ohne Wartezeit.
  • Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA): Im DiGA-Verzeichnis des BfArM gelistete Anwendungen können auf Rezept verordnet werden und sind eine sinnvolle Ergänzung während der Wartezeit auf einen Therapieplatz.
  • Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen kann entlastend wirken und das Gefühl der Isolation verringern.

Wenn Sie sich in einer akuten Krise befinden oder Gedanken hegen, sich selbst zu schaden, wenden Sie sich bitte sofort an den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117), den Notruf (112) oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar). In solchen Situationen ist professionelle Hilfe unbedingt notwendig.

Wie Novego bei Angst unterstützen kann

Unser Online-Therapieprogramm bei Angst ist eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA), die im DiGA-Verzeichnis des BfArM gelistet ist und kostenfrei auf Rezept für gesetzlich Versicherte erhältlich ist. Es richtet sich an Menschen ab 17 Jahren, die unter Ängsten leiden, und kann als Überbrückung bei Wartezeiten auf einen Therapieplatz, begleitend zu einer laufenden Behandlung oder zur Stabilisierung genutzt werden.

Das Programm kann dabei unterstützen:

  • Wirksame Strategien der kognitiven Verhaltenstherapie kennenzulernen, um mit Angst vor der Arbeit und anderen Angstsituationen umzugehen
  • Angstauslösende Gedanken und Vermeidungsverhalten schrittweise zu verstehen und zu verändern
  • Verschiedene Angstdiagnosen zu adressieren, darunter soziale Phobie, Agoraphobie und Panikstörungen
  • Flexibel von zu Hause aus zu arbeiten, mit wöchentlichen Modulen über sechs Wochen und etwa 45 bis 60 Minuten Bearbeitungszeit pro Woche
  • 365 Tage Zugriff auf alle Inhalte zu haben

Die Wirksamkeit des Programms wurde in Studien untersucht. Die Ergebnisse können individuell unterschiedlich sein und hängen von der aktiven Mitarbeit ab. Unsere Anwendung ersetzt keine Psychotherapie, kann sie aber sinnvoll ergänzen. Wenn Sie herausfinden möchten, ob das Programm für Sie geeignet ist, können Sie zunächst unseren Selbsttest bei Angst machen oder sich direkt informieren, wie Sie Novego kostenlos auf Rezept erhalten können.

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