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| Veröffentlicht am 3. August 2026

In welchem Alter beginnen Angststörungen?

Angststörungen beginnen häufig bereits im Kindes- oder Jugendalter, oft zwischen dem 10. und 20. Lebensjahr. Dennoch können sie in jedem Lebensabschnitt entstehen, auch erstmals im Erwachsenenalter. Der Beginn hängt von der Art der Angststörung, der individuellen Lebensgeschichte und verschiedenen Risikofaktoren ab. Die folgenden Fragen beleuchten, was hinter diesem Muster steckt und welche Möglichkeiten es gibt, Unterstützung zu finden.

Ab wann gelten Ängste als behandlungsbedürftige Störung?

Ängste gelten als behandlungsbedürftig, wenn sie so stark oder so anhaltend sind, dass sie den Alltag spürbar einschränken. Das entscheidende Merkmal ist nicht die Angst selbst, sondern ihr Ausmaß und ihre Folgen: Wenn Betroffene bestimmte Situationen konsequent meiden, körperliche Symptome wie Herzrasen, Schwindel oder Atemnot auftreten oder die Lebensqualität dauerhaft leidet, kann eine Angststörung vorliegen.

Gelegentliche Nervosität vor einem Vorstellungsgespräch oder Unbehagen in unbekannten Situationen ist ein normaler Teil des Lebens. Problematisch wird es, wenn die Intensität der Angst in keinem angemessenen Verhältnis zur tatsächlichen Situation steht, wenn Gedanken starker Besorgnis den Alltag bestimmen oder wenn Vermeidungsverhalten den Lebensraum immer weiter einengt. Auch körperliche Symptome wie Übelkeit, Zittern, Beklemmungsgefühle im Brustraum oder das Gefühl eines Wirklichkeitsverlusts können Hinweise sein. Eine fachärztliche oder psychotherapeutische Einschätzung kann helfen, Klarheit zu gewinnen.

In welchem Lebensabschnitt treten Angststörungen am häufigsten auf?

Angststörungen treten am häufigsten im Kindes-, Jugend- und frühen Erwachsenenalter auf. Viele Betroffene berichten, dass erste Symptome bereits vor dem 20. Lebensjahr spürbar waren. Spezifische Phobien beginnen oft schon im Grundschulalter, soziale Ängste entwickeln sich häufig in der Pubertät, und Panikstörungen zeigen sich oft erstmals im frühen Erwachsenenalter.

Diese Häufung in jungen Jahren hängt damit zusammen, dass das Gehirn in diesen Phasen besonders formbar ist und gleichzeitig viele neue soziale, schulische und berufliche Anforderungen bewältigt werden müssen. Gerade der Übergang ins Berufsleben bringt für viele Menschen neue Belastungen mit sich, etwa die Angst vor Arbeit, vor Versagen oder vor sozialer Bewertung durch Kolleginnen und Kollegen. Das bedeutet jedoch nicht, dass ältere Altersgruppen keine Angststörungen entwickeln können.

Können Angststörungen auch erst im Erwachsenenalter beginnen?

Ja, Angststörungen können auch erstmals im Erwachsenenalter entstehen. Obwohl viele Störungen früh beginnen, gibt es zahlreiche Betroffene, bei denen sich eine Angststörung erst durch belastende Lebensereignisse, beruflichen Druck oder einschneidende Veränderungen im mittleren oder späteren Erwachsenenalter entwickelt.

Auslöser können etwa ein Jobverlust, eine Trennung, eine schwere Erkrankung oder anhaltender Stress im Arbeitsumfeld sein. Auch die Angst vor Arbeit oder arbeitsbezogene Belastungen können bei Erwachsenen eine Angststörung begünstigen oder verstärken, die vorher nicht in dieser Form vorhanden war. Das Alter allein sagt also wenig darüber aus, ob jemand eine Angststörung entwickelt.

Was begünstigt eine frühe Entwicklung von Angststörungen?

Eine frühe Entwicklung von Angststörungen wird durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren begünstigt. Dazu gehören genetische Veranlagung, frühe belastende Erfahrungen, ein ängstliches Erziehungsumfeld sowie bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie eine erhöhte Stressempfindlichkeit.

Im Einzelnen spielen folgende Aspekte eine Rolle:

  • Biologische Faktoren: Eine familiäre Häufung von Angststörungen deutet auf genetische Einflüsse hin.
  • Frühe Erfahrungen: Belastende oder traumatische Erlebnisse in der Kindheit können die Entstehung begünstigen.
  • Lernprozesse: Wenn Kinder beobachten, dass Bezugspersonen auf bestimmte Situationen mit Angst reagieren, können sie dieses Muster übernehmen.
  • Soziales Umfeld: Hoher Leistungsdruck in Schule oder Familie sowie mangelndes Sicherheitsgefühl können eine Rolle spielen.
  • Persönlichkeitsmerkmale: Eine ausgeprägte Neigung zur Sorge oder ein geringes Selbstwirksamkeitserleben gelten als Risikofaktoren.

Wichtig ist: Das Vorhandensein einzelner Risikofaktoren bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Angststörung entsteht. Schutzfaktoren wie stabile Beziehungen, gute Bewältigungsstrategien und ein unterstützendes Umfeld können dem entgegenwirken.

Wie lange dauert es, bis eine Angststörung erkannt wird?

Zwischen dem ersten Auftreten von Symptomen und einer fachlichen Diagnose vergehen häufig mehrere Jahre. Betroffene deuten körperliche Symptome wie Herzrasen oder Schwindel oft zunächst als körperliche Erkrankung und suchen zuerst internistische oder neurologische Hilfe. Auch Scham oder die Überzeugung, die Symptome selbst bewältigen zu müssen, verzögern häufig den Gang zur Fachkraft.

Diese Verzögerung ist bedauerlich, weil Angststörungen gut behandelbar sind und ein frühzeitiger Beginn einer Behandlung den Verlauf positiv beeinflussen kann. Ein erster Schritt kann sein, offen mit der Hausarztpraxis über die Symptome zu sprechen. Wer zunächst einen Eindruck gewinnen möchte, ob die eigenen Beschwerden auf eine Angststörung hindeuten könnten, kann auch einen Selbsttest bei Angst als Orientierungshilfe nutzen, der jedoch keine Diagnose ersetzt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Angststörungen?

Angststörungen sind gut behandelbar. Die kognitiv-verhaltenstherapeutische Psychotherapie gilt als gut untersuchte Methode und zielt darauf ab, angstauslösende Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen und schrittweise zu verändern. In bestimmten Fällen kann auch eine medikamentöse Behandlung in Betracht gezogen werden, in der Regel in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Ergänzend dazu stehen verschiedene Unterstützungsangebote zur Verfügung:

  • Ambulante Psychotherapie: Einzel- oder Gruppentherapie bei niedergelassenen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.
  • Stationäre oder tagesklinische Behandlung: Bei ausgeprägten Beschwerden, die ambulant schwer zu behandeln sind.
  • Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA): Vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geprüfte Programme, die ergänzend oder überbrückend eingesetzt werden können.
  • Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen kann entlastend wirken und das Gefühl der Isolation verringern.

Wer auf einen Therapieplatz wartet oder eine Behandlung ergänzend unterstützen möchte, kann verschiedene Angebote kombinieren. Wichtig ist, den ersten Schritt zu gehen und Unterstützung zu suchen.

Wie Novego bei Angststörungen unterstützen kann

Unser Online-Therapieprogramm bei Angst richtet sich an Erwachsene ab 17 Jahren, die unter Ängsten, Panik oder Phobien leiden und wirksame Strategien für ihren Alltag suchen. Das Programm ist als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) im BfArM-Verzeichnis gelistet und kann kostenfrei auf Rezept genutzt werden.

Das Programm bietet unter anderem:

  • Sechs wöchentliche Module auf Basis der kognitiven Verhaltenstherapie, individuell angepasst an verschiedene Angstdiagnosen wie soziale Phobie, Agoraphobie oder Panikstörungen
  • Flexible Nutzung von zu Hause, mit etwa 45 bis 60 Minuten Bearbeitungszeit pro Woche und 365 Tagen Zugriff
  • Konkrete Strategien, die dabei helfen können, Vermeidungsverhalten zu erkennen, Gedankenmuster zu hinterfragen und schrittweise mehr Handlungsspielraum zu gewinnen
  • Geeignet als Überbrückung bei Wartezeiten auf einen Therapieplatz oder begleitend zu einer laufenden Behandlung

Ergebnisse können individuell unterschiedlich sein und setzen aktive Mitarbeit voraus. Das Programm ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, kann diese aber sinnvoll ergänzen. Erfahren Sie mehr und starten Sie Ihren ersten Schritt: Novego kostenfrei auf Rezept.

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Dies ist eine unabhängige Patienteninformation mit dem Ziel, unseren Nutzern bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, die auch ohne medizinisches Fachwissen verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.

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