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Depression: PZN 17865862

Angst: PZN 18726714

| Veröffentlicht am 3. Juli 2026

Was ist der Unterschied zwischen einer Angststörung und einer Panikstörung?

Eine Angststörung ist ein Oberbegriff für verschiedene psychische Erkrankungen, bei denen Angst das zentrale Symptom ist. Eine Panikstörung ist eine spezifische Form der Angststörung, die durch plötzliche, wiederkehrende Panikattacken ohne erkennbaren äußeren Auslöser gekennzeichnet ist. Der wesentliche Unterschied liegt in der Art, dem Auslöser und dem Verlauf der Angstsymptome. In diesem Artikel beantworten wir die häufigsten Fragen rund um Angststörungen und Panikstörungen.

Welche Symptome unterscheiden eine Panikstörung von anderen Angststörungen?

Das Hauptmerkmal einer Panikstörung sind plötzliche, intensive Angstanfälle, die ohne erkennbaren Auslöser auftreten und innerhalb von Minuten ihren Höhepunkt erreichen. Bei anderen Angststörungen ist die Angst meist an bestimmte Situationen, Objekte oder Gedanken gebunden. Die Panikstörung ist nach ICD-10 unter dem Schlüssel F41.0 klassifiziert.

Typische körperliche Symptome einer Panikattacke umfassen:

  • Herzrasen oder Herzstolpern
  • Atemnot und Engegefühl in der Brust
  • Schwindel und Benommenheit
  • Schwitzen und Zittern
  • Übelkeit
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle
  • Wirklichkeitsverlust oder das Gefühl, neben sich zu stehen
  • Todesangst oder die Angst, die Kontrolle zu verlieren

Bei anderen Angststörungen, etwa der sozialen Phobie oder der generalisierten Angststörung, treten ähnliche körperliche Reaktionen auf, jedoch meist in Verbindung mit einem konkreten Auslöser. Die Intensität der Angst erscheint dabei für Außenstehende oft unangemessen im Verhältnis zur tatsächlichen Situation. Ein weiteres Kennzeichen der Panikstörung ist die sogenannte Erwartungsangst: Betroffene fürchten sich vor der nächsten Panikattacke, was zusätzlichen Druck erzeugt.

Was sind die häufigsten Arten von Angststörungen?

Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Das ICD-10-Klassifikationssystem unterscheidet mehrere Hauptformen, die sich in ihren Auslösern, Symptomen und Verläufen unterscheiden.

Zu den häufigsten Angststörungen zählen:

  • Panikstörung (F41.0): Wiederkehrende, unvorhersehbare Panikattacken ohne klaren äußeren Auslöser
  • Agoraphobie (F40.0): Angst vor Situationen, aus denen eine Flucht schwierig erscheint, etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf Plätzen
  • Soziale Phobie (F40.1): Ausgeprägte Angst vor sozialen Situationen und der Bewertung durch andere Menschen
  • Spezifische Phobien (F40.2): Intensive Angst vor bestimmten Objekten oder Situationen, zum Beispiel vor Tieren, Höhen oder Spritzen
  • Generalisierte Angststörung (F41.1): Anhaltende, unkontrollierbare Sorgen über viele verschiedene Lebensbereiche

Allen Formen gemeinsam ist ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten: Betroffene weichen Situationen aus, die Angst auslösen könnten. Langfristig kann dieses Vermeidungsverhalten den Alltag erheblich einschränken.

Wie entwickelt sich eine Panikstörung im zeitlichen Verlauf?

Eine Panikstörung beginnt häufig mit einer ersten, unerwarteten Panikattacke, die Betroffene als extrem beängstigend erleben. Danach entsteht oft eine anhaltende Sorge vor weiteren Attacken, die sogenannte Erwartungsangst. Ohne Behandlung kann sich die Störung im Verlauf ausweiten und das tägliche Leben zunehmend einschränken.

Ein typischer Verlauf sieht so aus: Nach der ersten Panikattacke beginnen viele Menschen, bestimmte Situationen zu meiden, in denen sie eine erneute Attacke befürchten. Aus diesem Vermeidungsverhalten kann sich eine Agoraphobie entwickeln, also die Angst vor Orten oder Situationen, aus denen eine Flucht schwierig wäre. Dieser Teufelskreis aus Angst, Vermeidung und weiterer Einschränkung ist ein zentrales Merkmal der Panikstörung nach ICD-10.

Wichtig zu wissen: Eine Panikstörung ist behandelbar. Frühzeitige Unterstützung kann dazu beitragen, diesen Kreislauf zu unterbrechen. Veränderungsprozesse brauchen Zeit und aktive Mitarbeit, aber viele Menschen erleben mit geeigneter Begleitung eine spürbare Verbesserung ihrer Situation.

Wann sollte man bei Angstsymptomen professionelle Hilfe suchen?

Professionelle Hilfe ist dann sinnvoll, wenn Angstsymptome regelmäßig auftreten, den Alltag beeinträchtigen oder zu ausgeprägtem Vermeidungsverhalten führen. Ein weiterer Hinweis ist, wenn die Intensität der Angst subjektiv als unangemessen erlebt wird, sich die Angst also nicht durch eine reale Gefahr erklären lässt.

Konkrete Anzeichen, bei denen ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden sollte:

  • Panikattacken treten wiederholt und ohne erkennbaren Auslöser auf
  • Die Angst vor der nächsten Attacke bestimmt den Alltag
  • Bestimmte Situationen oder Orte werden dauerhaft gemieden
  • Körperliche Symptome wie Herzrasen oder Atemnot treten häufig auf
  • Schlaf, Arbeit oder soziale Kontakte leiden unter der Angst

Bei akuten Krisen, Gedanken an Selbstverletzung oder dem Gefühl, nicht mehr weitermachen zu können, ist sofortige professionelle Hilfe notwendig. In solchen Situationen wenden Sie sich bitte an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, den Notruf 112 oder die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111 (kostenlos, 24 Stunden erreichbar).

Wie werden Angststörungen und Panikstörungen behandelt?

Angststörungen und Panikstörungen werden in der Regel mit Psychotherapie, medikamentöser Behandlung oder einer Kombination aus beidem behandelt. Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) gilt laut aktuellen Leitlinien als besonders gut untersucht bei der Behandlung von Angststörungen.

Psychotherapeutische Ansätze

Die kognitive Verhaltenstherapie zielt darauf ab, angstauslösende Gedankenmuster zu erkennen und schrittweise zu verändern. Ein zentrales Element ist die Konfrontation mit angstauslösenden Situationen, um das Vermeidungsverhalten zu reduzieren. Auch achtsamkeitsbasierte Verfahren und systemische Ansätze können ergänzend eingesetzt werden.

Medikamentöse Behandlung

In einigen Fällen kann eine medikamentöse Unterstützung sinnvoll sein, etwa mit bestimmten Antidepressiva, die auch bei Angststörungen eingesetzt werden. Die Entscheidung darüber trifft immer ein Arzt oder eine Ärztin gemeinsam mit der betroffenen Person, abhängig von der individuellen Situation und dem Schweregrad der Erkrankung.

Kann man Angststörungen ohne Therapieplatz behandeln?

Auch ohne einen Therapieplatz gibt es Möglichkeiten, aktiv etwas für die eigene psychische Gesundheit zu tun. Strukturierte Selbsthilfeprogramme, die auf bewährten psychotherapeutischen Methoden basieren, können eine wertvolle Unterstützung sein, während auf einen Therapieplatz gewartet wird oder begleitend zu einer laufenden Behandlung.

Mögliche erste Schritte, die unterstützend wirken können:

  • Informationen über die eigene Erkrankung sammeln (Psychoedukation)
  • Entspannungstechniken wie Atemübungen oder progressive Muskelentspannung erlernen
  • Vermeidungsverhalten schrittweise und behutsam reduzieren
  • Regelmäßige körperliche Aktivität in den Alltag integrieren
  • Strukturierte digitale Programme nutzen, die auf KVT-Methoden basieren

Wichtig ist dabei: Selbsthilfe ersetzt keine professionelle Behandlung, kann aber eine sinnvolle Ergänzung oder Überbrückung sein. Wenn Symptome schwer sind oder sich verschlechtern, sollte immer ärztliche oder psychotherapeutische Unterstützung gesucht werden.

Wie Novego bei Angststörungen und Panikstörungen unterstützen kann

Unser Online-Therapieprogramm bei Angst wurde entwickelt, um Menschen mit Angststörungen, Panikstörungen, sozialer Phobie und Agoraphobie wirksame Strategien an die Hand zu geben, die auf den Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie basieren. Das Programm ist im DiGA-Verzeichnis des BfArM gelistet und kann kostenlos auf Rezept von gesetzlich Versicherten genutzt werden.

Das Programm bietet unter anderem:

  • Sechs wöchentliche Module mit rund 45 bis 60 Minuten Bearbeitungszeit pro Woche
  • 365 Tage Zugriff auf alle Inhalte, flexibel von zu Hause nutzbar
  • Individuell angepasste Inhalte für verschiedene Angstdiagnosen, darunter Panikstörungen, soziale Phobie und Agoraphobie
  • Techniken aus der KVT sowie Anteile aus Achtsamkeitstraining und systemischer Therapie
  • Datensicherheit nach ISO 27001 und DSGVO-konforme Datenverarbeitung

Das Programm eignet sich als Überbrückung bei Wartezeiten auf einen Therapieplatz, begleitend zu einer laufenden Behandlung oder zur Stabilisierung. Die Wirksamkeit wurde in Studien untersucht, wobei Ergebnisse individuell unterschiedlich sein können und aktive Mitarbeit voraussetzen. Möchten Sie wissen, ob das Programm für Sie geeignet sein könnte? Nutzen Sie unseren Selbsttest Angst als ersten Orientierungsschritt, oder erfahren Sie mehr darüber, wie Sie das Programm kostenlos auf Rezept erhalten können.

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