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Depression: PZN 17865862

Angst: PZN 18726714

| Veröffentlicht am 13. Juli 2026

Was zählt als Panikstörung?

Eine Panikstörung liegt vor, wenn wiederkehrende, unerwartete Panikattacken auftreten und die betroffene Person dauerhaft Angst vor dem nächsten Anfall entwickelt oder ihr Verhalten gezielt danach ausrichtet. Sie ist eine eigenständige psychische Erkrankung, die im ICD-10 unter dem Code F41.0 klassifiziert wird. Die folgenden Abschnitte beleuchten, wie die Diagnose gestellt wird, welche Symptome typisch sind und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Wie unterscheidet sich eine Panikstörung von einzelnen Panikattacken?

Eine einzelne Panikattacke ist kein Hinweis auf eine Panikstörung. Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Anfall selbst, sondern in dem, was danach geschieht: Eine Panikstörung ist dadurch gekennzeichnet, dass Panikattacken wiederholt und unerwartet auftreten und dass die betroffene Person in der Folge anhaltende Sorge vor weiteren Anfällen entwickelt oder ihr Verhalten verändert, um diese zu vermeiden.

Viele Menschen erleben im Laufe ihres Lebens mindestens einmal eine Panikattacke, zum Beispiel in einer besonders stressreichen Situation. Das ist unangenehm, aber allein noch kein Zeichen einer Erkrankung. Erst wenn die Anfälle ohne erkennbaren äußeren Auslöser wiederkehren und das Alltagsleben spürbar beeinträchtigen, spricht man von einer Panikstörung im diagnostischen Sinne.

Kennzeichnend für die Störung ist auch die sogenannte Erwartungsangst: die Angst vor der Angst. Betroffene beginnen häufig, Situationen zu meiden, in denen sie einen Anfall befürchten, was den Aktionsradius im Alltag zunehmend einengen kann.

Welche Symptome sind typisch für eine Panikstörung?

Typisch für eine Panikstörung sind plötzlich einsetzende, intensive Angstepisoden mit körperlichen und psychischen Symptomen, die innerhalb weniger Minuten ihren Höhepunkt erreichen. Die Anfälle treten unerwartet auf, ohne dass eine konkrete Bedrohung erkennbar ist, und werden von den Betroffenen häufig als lebensbedrohlich erlebt.

Zu den häufig beschriebenen körperlichen Symptomen gehören:

  • Herzrasen oder Herzklopfen
  • Atemnot oder das Gefühl zu ersticken
  • Schwindel, Benommenheit oder Ohnmachtsgefühl
  • Zittern oder Schwitzen
  • Übelkeit oder Magenbeschwerden
  • Schmerzen oder Beklemmungsgefühle im Brustraum
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle

Auf psychischer Ebene berichten viele Betroffene von Todesangst, dem Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, oder einem Wirklichkeitsverlust, also dem Empfinden, sich selbst oder die Umgebung als fremd oder unwirklich wahrzunehmen. Diese Kombination aus körperlichen und psychischen Empfindungen macht Panikattacken besonders belastend, da sie sich von außen kaum von einem medizinischen Notfall unterscheiden lassen.

Wie wird eine Panikstörung diagnostisch festgestellt?

Eine Panikstörung wird durch eine ärztliche oder psychotherapeutische Fachkraft diagnostiziert. Grundlage ist ein ausführliches Gespräch über die Art, Häufigkeit und Begleitumstände der Anfälle sowie über das Erleben zwischen den Attacken. Im ICD-10 ist die Panikstörung unter F41.0 erfasst und erfordert das Vorliegen mehrerer schwerer Angstanfälle innerhalb eines Monats.

Bevor die Diagnose Panikstörung gestellt wird, ist es wichtig, körperliche Ursachen auszuschließen. Symptome wie Herzrasen, Atemnot oder Schwindel können auch auf organische Erkrankungen hinweisen, zum Beispiel auf Herzrhythmusstörungen oder eine Schilddrüsenüberfunktion. Deshalb gehört in der Regel eine körperliche Untersuchung zur Abklärung dazu.

Für die Diagnose nach ICD-10 müssen die Panikattacken zudem situationsunabhängig auftreten, also nicht ausschließlich in vorhersehbaren oder erwarteten Situationen. Wenn die Anfälle stets an bestimmte Orte oder Umstände geknüpft sind, könnten andere Angststörungen im Vordergrund stehen.

Welche Angststörungen werden häufig mit einer Panikstörung verwechselt?

Panikstörungen werden am häufigsten mit der Agoraphobie, der generalisierten Angststörung und bestimmten spezifischen Phobien verwechselt, weil diese Erkrankungen ähnliche Symptome hervorrufen können. Der Unterschied liegt vor allem darin, ob die Angst situationsgebunden auftritt oder nicht.

Agoraphobie

Bei der Agoraphobie tritt die Angst gezielt in Situationen auf, aus denen eine Flucht schwierig erscheint, zum Beispiel in Menschenmassen, öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf offenen Plätzen. Panikstörung und Agoraphobie können gleichzeitig bestehen, werden im ICD-10 aber getrennt kodiert (F40.0 mit Panikstörung). Nicht jede Panikstörung führt zu Agoraphobie, und nicht jede Agoraphobie geht mit Panikattacken einher.

Generalisierte Angststörung

Die generalisierte Angststörung (F41.1) ist durch anhaltende, diffuse Sorgen über viele Lebensbereiche gekennzeichnet, ohne dass akute Panikattacken im Vordergrund stehen. Die Anspannung ist dauerhafter und weniger episodisch als bei der Panikstörung. Trotzdem können körperliche Symptome wie Muskelverspannungen oder Schlafprobleme ähnlich wirken.

Was löst Panikattacken bei einer Panikstörung aus?

Bei einer Panikstörung lassen sich Panikattacken oft keinem eindeutigen äußeren Auslöser zuordnen. Das ist eines der charakteristischen Merkmale der Erkrankung. Dennoch gibt es innere und situative Faktoren, die das Risiko eines Anfalls erhöhen können.

Häufig beschriebene Auslöser oder begünstigende Faktoren sind:

  • Anhaltender Stress oder emotionale Belastung
  • Körperliche Anspannung, Erschöpfung oder Schlafmangel
  • Koffein, Alkohol oder bestimmte Substanzen
  • Körperliche Empfindungen, die als bedrohlich interpretiert werden, zum Beispiel leichtes Herzrasen nach dem Sport
  • Situationen, die unbewusst mit früheren Anfällen verknüpft sind

Ein wichtiger Mechanismus bei der Panikstörung ist die sogenannte Aufmerksamkeitsfokussierung auf körperliche Signale. Wer einmal einen Anfall erlebt hat, achtet oft verstärkt auf körperliche Veränderungen und bewertet diese schneller als gefährlich. Das kann einen Kreislauf in Gang setzen, in dem normale körperliche Reaktionen eine erneute Panikattacke auslösen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer Panikstörung?

Panikstörungen sind gut behandelbar. Als besonders wirksam gilt die kognitive Verhaltenstherapie (KVT), die darauf abzielt, angstverstärkende Gedankenmuster zu erkennen und zu verändern sowie den Umgang mit körperlichen Symptomen zu üben. In manchen Fällen kann auch eine medikamentöse Behandlung sinnvoll sein, die ärztlich begleitet werden sollte.

Zu den zentralen Elementen einer psychotherapeutischen Behandlung gehören:

  • Psychoedukation: Verstehen, was bei einer Panikattacke im Körper passiert
  • Kognitive Umstrukturierung: Angstauslösende Gedanken hinterfragen und neu bewerten
  • Expositionsübungen: Schrittweise Konfrontation mit angstbesetzten Situationen oder Körperempfindungen
  • Entspannungsverfahren und Atemtechniken zur Unterstützung in akuten Momenten

Wichtig ist, dass eine Behandlung individuell abgestimmt wird und aktive Mitarbeit erfordert. Veränderungsprozesse brauchen Zeit, und Fortschritte können von Person zu Person unterschiedlich verlaufen. Wer auf einen Therapieplatz wartet, muss diese Zeit nicht untätig überbrücken.

Wie Novego bei Panikstörungen unterstützen kann

Unser Online-Therapieprogramm bei Angst richtet sich an Menschen mit Panikstörungen, Phobien und anderen Angstdiagnosen und basiert auf den Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie. Es ist als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) im BfArM-Verzeichnis gelistet und kann für gesetzlich Versicherte kostenfrei auf Rezept verschrieben werden.

Das Programm kann in folgenden Situationen eine sinnvolle Ergänzung sein:

  • Als Überbrückung während der Wartezeit auf einen Therapieplatz
  • Begleitend zu einer laufenden psychotherapeutischen oder ärztlichen Behandlung
  • Zur Stabilisierung und Stärkung eigener Ressourcen im Alltag

Die Inhalte sind in wöchentliche Module aufgeteilt und flexibel von zu Hause nutzbar, mit einem Zeitaufwand von etwa 45 bis 60 Minuten pro Woche über sechs Wochen. Das Programm zielt darauf ab, wirksame Strategien im Umgang mit Angst und Panik zu vermitteln, individuell angepasst an verschiedene Angstdiagnosen. Wenn Sie unsicher sind, ob das Programm für Sie geeignet sein könnte, kann ein erster Schritt ein Selbsttest zu Angst sein. Sprechen Sie anschließend mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, um gemeinsam zu entscheiden, ob eine Verordnung sinnvoll ist.

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Dies ist eine unabhängige Patienteninformation mit dem Ziel, unseren Nutzern bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, die auch ohne medizinisches Fachwissen verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.

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