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| Veröffentlicht am 1. Juli 2026

Sind Panikattacken gefährlich für das Herz?

Panikattacken sind für das Herz in der Regel nicht gefährlich. Obwohl die körperlichen Symptome wie Herzrasen, Brustschmerzen und Atemnot sich bedrohlich anfühlen, verursachen Panikattacken bei herzgesunden Menschen keinen dauerhaften Herzschaden. Der Körper reagiert auf extremen Stress mit einer starken, aber vorübergehenden Stressreaktion, die sich von selbst wieder legt. In diesem Artikel beantworten wir die häufigsten Fragen rund um Panikattacken und das Herz.

Kann eine Panikattacke das Herz dauerhaft schädigen?

Bei herzgesunden Menschen verursacht eine Panikattacke keinen dauerhaften Herzschaden. Die während einer Panikattacke ausgeschütteten Stresshormone wie Adrenalin erhöhen vorübergehend den Herzschlag und den Blutdruck, aber das Herz kehrt danach wieder in seinen normalen Rhythmus zurück. Langfristige Schäden am Herzmuskel oder an den Herzkranzgefäßen entstehen dadurch nicht.

Was jedoch langfristig relevant sein kann: Wenn Panikattacken sehr häufig auftreten und unbehandelt bleiben, kann die dauerhafte Belastung durch Stress und Angst das allgemeine Wohlbefinden beeinflussen. Chronischer Stress gilt in der Forschung als ein Faktor, der das Herz-Kreislauf-System belasten kann. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein guter Anlass, Panikattacken ernst zu nehmen und Unterstützung zu suchen.

Menschen mit bereits bestehenden Herzerkrankungen sollten bei anhaltenden oder häufigen Panikattacken ärztlichen Rat einholen, um sicherzustellen, dass die Symptome tatsächlich auf Panik und nicht auf eine kardiale Ursache zurückzuführen sind.

Warum fühlt sich eine Panikattacke wie ein Herzinfarkt an?

Eine Panikattacke fühlt sich wie ein Herzinfarkt an, weil der Körper bei extremer Angst dieselbe Notfallreaktion auslöst wie bei einer echten körperlichen Bedrohung. Das Gehirn aktiviert das sympathische Nervensystem, was zur sofortigen Ausschüttung von Adrenalin führt. Die Folge sind Herzrasen, Brustenge, Schwindel und Atemnot, also Symptome, die sich von einem Herzinfarkt kaum unterscheiden lassen.

Diese Reaktion ist evolutionär sinnvoll: Der Körper bereitet sich auf Kampf oder Flucht vor. Das Herz schlägt schneller, um die Muskeln mit Blut zu versorgen. Die Atemfrequenz steigt, um mehr Sauerstoff bereitzustellen. Schweißausbrüche kühlen den Körper. All das geschieht in Sekunden und ohne bewusste Kontrolle.

Das Problem bei einer Panikattacke ist, dass diese Reaktion ohne eine reale äußere Bedrohung ausgelöst wird. Der Körper reagiert auf eine wahrgenommene Gefahr, die nicht existiert, mit voller Intensität. Das macht die Erfahrung so erschreckend und schwer einzuordnen, besonders wenn man sie zum ersten Mal erlebt.

Woran erkennt man den Unterschied zwischen Panikattacke und Herzinfarkt?

Der wichtigste Unterschied zwischen einer Panikattacke und einem Herzinfarkt liegt im Verlauf und in der Art der Symptome. Eine Panikattacke erreicht ihren Höhepunkt meist innerhalb weniger Minuten und klingt dann ab. Ein Herzinfarkt hingegen verursacht häufig anhaltende, zunehmende Schmerzen, die nicht von selbst besser werden.

Es gibt einige Merkmale, die helfen können, die beiden zu unterscheiden:

  • Schmerzverlauf: Herzinfarktschmerzen strahlen häufig in den linken Arm, den Kiefer oder den Rücken aus. Panikattackenschmerzen bleiben eher auf die Brust beschränkt.
  • Auslöser: Panikattacken entstehen oft in bestimmten Situationen oder ohne erkennbaren Auslöser. Ein Herzinfarkt tritt häufig bei körperlicher Anstrengung auf.
  • Dauer: Panikattacken dauern meist 10 bis 20 Minuten. Herzinfarktschmerzen halten länger an und nehmen nicht ab.
  • Begleitgefühl: Bei einer Panikattacke steht oft ein intensives Angstgefühl im Vordergrund. Herzinfarktpatienten berichten häufiger von einem Druckgefühl oder einem schweren Gewicht auf der Brust.

Wichtig: Im Zweifel immer den Notruf (112) anrufen. Es ist niemals falsch, bei unklaren Brustschmerzen medizinische Hilfe zu suchen. Eine körperliche Ursache muss ärztlich ausgeschlossen werden, bevor man sicher von einer Panikattacke sprechen kann.

Wann sollte man bei Panikattacken zum Arzt gehen?

Bei einer ersten Panikattacke oder bei wiederkehrenden Panikattacken sollte man immer ärztliche Hilfe aufsuchen. Ein Arzt oder eine Ärztin kann körperliche Ursachen für die Symptome ausschließen und, falls nötig, eine passende Behandlung einleiten oder eine Überweisung zu einer psychotherapeutischen Fachkraft veranlassen.

Folgende Situationen sind ein klares Zeichen, nicht zu warten:

  • Die Panikattacken treten häufig oder regelmäßig auf
  • Die Angst vor einer neuen Panikattacke beeinflusst den Alltag
  • Bestimmte Situationen werden aus Angst gemieden (Vermeidungsverhalten)
  • Die Lebensqualität leidet spürbar
  • Es bestehen zusätzlich depressive Symptome oder Schlafprobleme

Wenn Panikattacken regelmäßig auftreten und mit starker Angst vor weiteren Anfällen verbunden sind, kann das auf eine Panikstörung hinweisen. In der ICD-10, dem internationalen Klassifikationssystem für Erkrankungen, wird die Panikstörung unter dem Code F41.0 erfasst. Eine Diagnose kann nur von einer qualifizierten Fachkraft gestellt werden. Wer unsicher ist, ob die eigenen Symptome auf eine Panikstörung (ICD-10: F41.0) oder eine andere Angsterkrankung hindeuten, kann einen Selbsttest bei Angst als ersten Orientierungspunkt nutzen.

Wie lassen sich Panikattacken langfristig behandeln?

Panikattacken lassen sich langfristig gut behandeln. Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) gilt als eine der am besten untersuchten Behandlungsformen bei Panikstörungen und Angsterkrankungen. Sie zielt darauf ab, die Gedanken und Verhaltensweisen zu verändern, die Panikattacken aufrechterhalten, und hilft dabei, den Teufelskreis aus Angst und Vermeidung zu durchbrechen.

Zu den zentralen Ansätzen gehören:

  • Kognitive Umstrukturierung: Katastrophisierende Gedanken wie „Ich sterbe gleich“ werden erkannt und realistischer bewertet.
  • Expositionsübungen: Gefürchtete Situationen werden schrittweise und kontrolliert aufgesucht, um das Vermeidungsverhalten zu reduzieren.
  • Atemübungen und Entspannungstechniken: Diese können helfen, die körperliche Stressreaktion zu regulieren.
  • Achtsamkeitstraining: Bewusstes Wahrnehmen von Körperempfindungen ohne sofortige Bewertung kann die Angst vor den Symptomen verringern.

Neben einer psychotherapeutischen Behandlung können in manchen Fällen auch Medikamente sinnvoll sein. Das entscheidet die behandelnde Fachkraft gemeinsam mit den Betroffenen. Wichtig ist: Panikattacken sind behandelbar, und viele Menschen erleben durch gezielte Unterstützung eine deutliche Verbesserung ihrer Situation.

Wie Novego bei Panikattacken und Angststörungen unterstützen kann

Unser Online-Therapieprogramm bei Angst ist eine digitale Gesundheitsanwendung (DiGA), die im DiGA-Verzeichnis des BfArM gelistet ist und kostenfrei auf Rezept für gesetzlich Versicherte zur Verfügung steht. Es richtet sich an Menschen ab 17 Jahren mit Ängsten aus dem gesamten Diagnosespektrum, darunter Panikstörungen, soziale Phobien und Agoraphobie.

Das Programm kann unterstützen bei:

  • Panikstörungen und Panikattacken, einschließlich der Angst vor körperlichen Symptomen
  • Vermeidungsverhalten, das den Alltag einschränkt
  • Soziale Phobien und Agoraphobie
  • Allgemeinen Angststörungen mit anhaltender Sorge und innerer Anspannung

Das Programm basiert auf Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie, ergänzt durch Achtsamkeitselemente und systemische Ansätze. Es umfasst wöchentliche Module über 6 Wochen mit etwa 45 bis 60 Minuten Bearbeitungszeit pro Woche und einem Zugriffszeitraum von 365 Tagen. Es kann begleitend zu einer laufenden Behandlung, als Überbrückung bei Wartezeiten auf einen Therapieplatz oder zur Stabilisierung genutzt werden. Die Wirksamkeit wurde in Studien untersucht, unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Individuelle Ergebnisse können variieren und hängen von der aktiven Mitarbeit und dem persönlichen Verlauf ab.

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Dies ist eine unabhängige Patienteninformation mit dem Ziel, unseren Nutzern bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, die auch ohne medizinisches Fachwissen verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.

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