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Depression: PZN 17865862

Angst: PZN 18726714

| Veröffentlicht am 22. Juni 2026

Was ist der Unterschied zwischen Panikattacken und Panikstörungen?

Eine Panikattacke ist ein einzelner, abgegrenzter Angstanfall mit intensiven körperlichen und psychischen Symptomen, der meist innerhalb weniger Minuten seinen Höhepunkt erreicht. Eine Panikstörung hingegen liegt vor, wenn solche Attacken wiederholt auftreten und die betroffene Person anhaltend Angst vor weiteren Anfällen entwickelt. Der Unterschied liegt also nicht nur in der Häufigkeit, sondern vor allem in der Reaktion darauf. Die folgenden Abschnitte beleuchten, wie sich die beiden voneinander unterscheiden, wann Hilfe sinnvoll ist und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Welche Symptome treten bei einer Panikattacke auf?

Bei einer Panikattacke treten plötzlich intensive körperliche und psychische Symptome auf, die innerhalb von Minuten ihren Höhepunkt erreichen. Typisch sind Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Schwitzen und Zittern. Viele Menschen erleben dabei auch ein starkes Beklemmungsgefühl in der Brust, Übelkeit oder das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren.

Zu den häufig beschriebenen Symptomen gehören:

  • Herzrasen oder Herzstolpern
  • Atemnot oder das Gefühl, zu ersticken
  • Schwindel und Benommenheit
  • Schwitzen und Zittern
  • Schmerz oder Druck im Brustraum
  • Übelkeit
  • Taubheitsgefühle oder Kribbeln
  • Wirklichkeitsverlust oder das Gefühl, neben sich zu stehen
  • Todesangst oder Angst, verrückt zu werden

Wichtig zu wissen: Obwohl diese Symptome sehr beängstigend wirken, sind sie körperlich nicht gefährlich. Sie entstehen durch eine überschießende Aktivierung des Nervensystems, die sogenannte Kampf-oder-Flucht-Reaktion. Das bedeutet nicht, dass die Beschwerden eingebildet sind, ganz im Gegenteil. Sie sind real und belastend. Dennoch klingen sie in der Regel nach einigen Minuten wieder ab. Wer zum ersten Mal eine Panikattacke erlebt, sollte dennoch ärztlich abklären lassen, ob körperliche Ursachen ausgeschlossen werden können.

Wie entwickelt sich aus einer Panikattacke eine Panikstörung?

Aus einer einzelnen Panikattacke kann eine Panikstörung entstehen, wenn die betroffene Person in der Folge anhaltende Angst vor weiteren Attacken entwickelt und ihr Verhalten entsprechend anpasst. Entscheidend ist nicht allein die Häufigkeit der Attacken, sondern die sogenannte Erwartungsangst: die Sorge, dass jederzeit ein neuer Anfall auftreten könnte.

Der Übergang verläuft häufig in einem sich selbst verstärkenden Kreislauf:

  1. Eine erste Panikattacke tritt auf, oft scheinbar aus dem Nichts.
  2. Die betroffene Person beginnt, körperliche Empfindungen wie Herzrasen oder Schwindel als Warnsignal zu deuten.
  3. Diese erhöhte Aufmerksamkeit auf den eigenen Körper kann Anspannung erzeugen.
  4. Die Anspannung wiederum begünstigt neue Attacken.
  5. Zur Sicherheit werden bestimmte Situationen gemieden, was kurzfristig entlastet, langfristig aber die Angst aufrechterhält.

Dieses Vermeidungsverhalten ist ein zentrales Merkmal der Panikstörung. Wer beispielsweise eine Panikattacke im Supermarkt erlebt hat, meidet möglicherweise in der Folge öffentliche Orte. Wenn sich dieses Vermeidungsverhalten stark ausweitet, kann sich eine Agoraphobie entwickeln, also die Angst vor Situationen, aus denen eine Flucht schwierig erscheint. In der Selbsteinschätzung zu Ängsten lässt sich ein erster Eindruck gewinnen, wie stark Angstsymptome das eigene Leben beeinflussen.

Was unterscheidet eine Panikstörung von anderen Angststörungen?

Die Panikstörung unterscheidet sich von anderen Angststörungen vor allem durch das Auftreten wiederkehrender, unerwarteter Panikattacken und die anhaltende Sorge vor neuen Anfällen. Während bei der generalisierten Angststörung eine diffuse, dauerhafte Besorgnis über viele Lebensbereiche im Vordergrund steht, ist die Panikstörung durch episodische, intensive Angstanfälle gekennzeichnet.

Im Vergleich zu anderen häufigen Angststörungen zeigen sich folgende Unterschiede:

  • Generalisierte Angststörung: Anhaltende, schwer kontrollierbare Sorgen zu vielen Themen, ohne dass einzelne Anfälle dominieren.
  • Soziale Phobie: Die Angst bezieht sich gezielt auf soziale Situationen und die Bewertung durch andere Menschen.
  • Spezifische Phobien: Die Angst ist auf einen bestimmten Auslöser begrenzt, etwa Tiere, Höhen oder Blut.
  • Agoraphobie: Angst vor Situationen, aus denen eine Flucht schwierig erscheint. Sie tritt häufig gemeinsam mit der Panikstörung auf, kann aber auch unabhängig davon bestehen.

In der klinischen Klassifikation wird die Panikstörung im ICD-10 unter dem Code F41.0 erfasst. Die Diagnose Panikstörung ICD-10 setzt voraus, dass innerhalb eines Monats mehrere schwere Panikattacken aufgetreten sind, dass keine körperliche Ursache vorliegt und dass die Attacken nicht auf eine andere psychische Störung zurückzuführen sind. Die Einordnung und Diagnosestellung obliegt immer einer ärztlichen oder psychotherapeutischen Fachperson.

Wann sollte man bei Panikattacken ärztliche Hilfe suchen?

Ärztliche Hilfe ist bei Panikattacken dann sinnvoll, wenn die Anfälle wiederholt auftreten, das Alltagsleben einschränken oder von starker Erwartungsangst begleitet werden. Auch beim ersten Auftreten einer Panikattacke empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung, um körperliche Ursachen wie Herzerkrankungen oder Schilddrüsenprobleme auszuschließen.

Darüber hinaus gibt es Situationen, in denen professionelle Unterstützung besonders wichtig ist:

  • Wenn Vermeidungsverhalten zunimmt und soziale oder berufliche Aktivitäten eingeschränkt werden
  • Wenn die Angst vor neuen Attacken das tägliche Leben stark belastet
  • Wenn depressive Symptome hinzukommen
  • Wenn Betroffene beginnen, Alkohol oder andere Substanzen zur Beruhigung einzusetzen

Bei akuten Krisen, starker Verzweiflung oder Gedanken, sich selbst zu schaden, ist sofortige Hilfe notwendig. In solchen Situationen wenden Sie sich bitte an den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117), den Notruf (112) oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar). Selbsthilfe allein ist in akuten Krisen nicht ausreichend.

Wie werden Panikattacken und Panikstörungen behandelt?

Panikattacken und Panikstörungen lassen sich gut behandeln. Als besonders wirksam gilt die kognitive Verhaltenstherapie (KVT), die darauf abzielt, angstauslösende Gedankenmuster zu erkennen und schrittweise zu verändern sowie Vermeidungsverhalten abzubauen. Ergänzend können in bestimmten Fällen Medikamente eingesetzt werden, etwa Antidepressiva oder angstlösende Mittel.

Psychotherapeutische Ansätze

In der kognitiven Verhaltenstherapie lernen Betroffene, körperliche Empfindungen wie Herzrasen oder Schwindel neu zu bewerten und nicht mehr als Bedrohung zu interpretieren. Ein zentraler Bestandteil ist die Exposition: Situationen, die bisher gemieden wurden, werden schrittweise und kontrolliert aufgesucht. Das kann helfen, die Angst langfristig zu reduzieren. Auch Achtsamkeitstraining und Entspannungsverfahren können begleitend unterstützen.

Selbsthilfe und ergänzende Maßnahmen

Neben einer professionellen Behandlung gibt es Strategien, die im Alltag hilfreich sein können:

  • Regelmäßige körperliche Bewegung kann das Nervensystem regulieren
  • Atemübungen helfen, in akuten Momenten Ruhe zu finden
  • Das Führen eines Angsttagebuchs kann helfen, Muster zu erkennen
  • Offenes Sprechen mit vertrauten Personen kann die Belastung verringern

Es ist wichtig zu betonen: Veränderung braucht Zeit und aktive Mitarbeit. Es gibt keine Methode, die schnelle oder garantierte Ergebnisse verspricht. Individuelle Verläufe unterscheiden sich. Ein erster Schritt kann sein, das eigene Erleben besser zu verstehen und professionelle Unterstützung zu suchen.

Wie Novego bei Panikstörungen und Ängsten unterstützen kann

Unser Online-Therapieprogramm bei Angst ist eine digitale Gesundheitsanwendung (DiGA), die im DiGA-Verzeichnis des BfArM gelistet ist und für gesetzlich Versicherte kostenfrei auf Rezept erhältlich ist. Es richtet sich an Erwachsene ab 17 Jahren mit Ängsten aus dem gesamten Diagnosespektrum, darunter Panikstörungen, Agoraphobie und soziale Phobien.

Das Programm kann unterstützen bei:

  • Verstehen von Angstsymptomen: Hintergründe zu Panikattacken und Panikstörungen verständlich erklärt
  • Strategien der kognitiven Verhaltenstherapie: Erprobte Methoden zur Veränderung angstauslösender Gedankenmuster
  • Abbau von Vermeidungsverhalten: Schrittweise Annäherung an belastende Situationen
  • Achtsamkeit und Entspannung: Übungen zur Beruhigung in belastenden Momenten
  • Flexibler Nutzung: 6-Wochen-Module mit je etwa 45 bis 60 Minuten Bearbeitungszeit, 365 Tage Zugriff, von zu Hause aus nutzbar

Das Programm eignet sich als Überbrückung bei Wartezeiten auf einen Therapieplatz, begleitend zu einer laufenden Behandlung oder zur Stabilisierung. Es ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, kann aber eine wertvolle Ergänzung dazu sein. Die Wirksamkeit wurde in Studien untersucht, individuelle Ergebnisse können variieren. Sprechen Sie Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt auf eine Verordnung an oder informieren Sie sich direkt über die kostenfreie Nutzung auf Rezept.

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Dies ist eine unabhängige Patienteninformation mit dem Ziel, unseren Nutzern bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, die auch ohne medizinisches Fachwissen verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.

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