Ich habe Panikattacken – welche Hilfe gibt es?
Plötzlich rast das Herz, die Luft scheint wegzubleiben, und ein Gefühl der Todesangst überwältigt einen vollständig. Wer eine Panikattacke erlebt hat, weiß, wie erschreckend dieser Zustand sein kann. Dabei ist es wichtig zu wissen: Panikattacken sind weit verbreitet, gut erforscht und es gibt wirksame Wege, wie man lernen kann, mit ihnen umzugehen. Dieser Artikel erklärt, was bei einer Panikattacke im Körper passiert, wann professionelle Unterstützung sinnvoll ist und welche Möglichkeiten zur Hilfe es gibt.
Was im Körper während einer Panikattacke passiert
Eine Panikattacke ist eine plötzliche, intensive Welle körperlicher und psychischer Symptome, die meist ohne erkennbaren äußeren Auslöser auftritt. Der Körper reagiert so, als wäre eine ernsthafte Bedrohung vorhanden, obwohl objektiv keine Gefahr besteht. Dieses Muster erklärt, warum die Symptome so überwältigend wirken können.
Im Kern steht eine Aktivierung des sogenannten Kampf-oder-Flucht-Systems. Das vegetative Nervensystem schüttet Stresshormone wie Adrenalin aus, was eine Kaskade körperlicher Reaktionen auslöst. Zu den typischen Symptomen gehören:
- Herzrasen und Herzklopfen
- Atemnot oder das Gefühl zu ersticken
- Schwindel und Benommenheit
- Schwitzen und Zittern
- Beklemmungsgefühl oder Schmerzen im Brustraum
- Übelkeit
- Kribbeln in Händen oder Füßen
- Wirklichkeitsverlust oder das Gefühl, neben sich zu stehen
- Todesangst oder die Angst, die Kontrolle zu verlieren
Diese Symptome entstehen durch reale körperliche Prozesse. So kann beispielsweise die veränderte Atmung während einer Panikattacke zu einer Veränderung des CO2-Spiegels im Blut führen, was Schwindel und Kribbeln verstärkt. Das Wissen darum, dass diese Reaktionen zwar intensiv, aber nicht gefährlich sind, kann bereits etwas Erleichterung bringen.
Panikattacken und Angststörungen: Wann wird Hilfe nötig?
Eine einzelne Panikattacke ist für sich genommen noch keine Erkrankung. Wenn Panikattacken jedoch wiederholt auftreten, beginnen viele Betroffene, bestimmte Situationen zu meiden oder entwickeln eine anhaltende Angst vor der nächsten Attacke. Fachleute sprechen dann von einer Panikstörung, die im ICD-10 unter dem Code F41.0 klassifiziert ist.
Professionelle Unterstützung kann sinnvoll sein, wenn:
- Panikattacken regelmäßig auftreten
- die Angst vor der Angst den Alltag einschränkt
- Orte oder Situationen zunehmend vermieden werden
- die Lebensqualität spürbar leidet
- körperliche Ursachen ärztlich ausgeschlossen wurden, die Symptome aber anhalten
Wichtig ist: Panikattacken können im Rahmen verschiedener Angststörungen auftreten, darunter Panikstörung, Agoraphobie, soziale Phobie oder generalisierte Angststörung. Eine genaue Einordnung sollte immer durch eine Ärztin, einen Arzt oder eine psychotherapeutische Fachkraft erfolgen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Situation sich zuspitzt oder Sie sich in einer akuten Krise befinden, wenden Sie sich bitte direkt an ärztliche Hilfe, den Notruf 112 oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar).
Bewährte Behandlungsmöglichkeiten bei Panikattacken
Panikattacken und Angststörungen gehören zu den am besten erforschten psychischen Erkrankungen. Es gibt verschiedene Behandlungsansätze, die in Studien untersucht wurden und deren Wirksamkeit gut belegt ist.
Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)
Die kognitive Verhaltenstherapie gilt als eine der am häufigsten empfohlenen Behandlungsformen bei Panikstörungen. Sie zielt darauf ab, angstauslösende Gedankenmuster zu erkennen und zu verändern. Ein zentrales Element ist die schrittweise Konfrontation mit angstbesetzten Situationen, um das Vermeidungsverhalten abzubauen und neue Erfahrungen zu ermöglichen.
Medikamentöse Unterstützung
In manchen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung ergänzend sinnvoll sein. Welche Mittel geeignet sind und ob eine solche Behandlung infrage kommt, entscheidet immer eine Ärztin oder ein Arzt im Einzelfall. Selbstmedikation ist hier nicht zu empfehlen.
Achtsamkeit und Körperarbeit
Achtsamkeitsbasierte Verfahren können dabei unterstützen, den Körper besser wahrzunehmen und auf Stresssignale frühzeitig zu reagieren. Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung oder gezielte Atemübungen werden häufig ergänzend eingesetzt und können helfen, das Nervensystem zu beruhigen.
Sofortmaßnahmen während einer Panikattacke
Während einer Panikattacke kann es helfen, sich auf einige wenige, konkrete Techniken zu konzentrieren. Das Ziel ist nicht, die Panik sofort zu beenden, sondern sich durch die Attacke zu begleiten, bis sie von selbst abklingt. Panikattacken dauern in der Regel einige Minuten und klingen dann ab.
Folgende Strategien können in akuten Momenten hilfreich sein:
- Bewusstes Atmen: Langsam und tief einatmen, länger ausatmen als einatmen. Das kann helfen, das Nervensystem zu beruhigen.
- Orientierung im Raum: Fünf Dinge benennen, die man sieht, vier, die man hört, drei, die man fühlt. Diese Technik kann helfen, sich im Hier und Jetzt zu verankern.
- Körperkontakt: Füße fest auf den Boden stellen, Hände auf die Oberschenkel legen. Körperliche Erdung kann das Gefühl des Wirklichkeitsverlusts abschwächen.
- Innere Haltung: Sich daran erinnern, dass die Symptome real, aber nicht gefährlich sind. Die Panikattacke wird vorbeigehen.
Es ist verständlich, dass diese Techniken in einem akuten Moment schwer umzusetzen sind. Regelmäßiges Üben außerhalb von Krisensituationen kann dabei helfen, sie im Ernstfall abrufen zu können. Ein Selbsttest bei Angst kann außerdem dabei helfen, den eigenen Umgang mit Angst besser einzuschätzen.
Online-Therapie als Hilfe bei Panikattacken und Angst
Nicht immer ist sofort ein Therapieplatz verfügbar. Die Wartezeiten auf eine ambulante Psychotherapie können in Deutschland mehrere Monate betragen. In dieser Zeit ohne Unterstützung zu bleiben, ist für viele Betroffene belastend. Digitale Angebote können hier eine wertvolle Ergänzung darstellen, um die Wartezeit zu überbrücken oder eine laufende Behandlung zu begleiten.
Für Menschen, die Therapie kostenlos auf Rezept nutzen möchten, gibt es inzwischen geprüfte digitale Möglichkeiten. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA), die im DiGA-Verzeichnis des BfArM gelistet sind, wurden auf Sicherheit, Datenschutz und Qualität geprüft und können von Ärztinnen, Ärzten und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten verschrieben werden.
So kann Novego bei Panikattacken und Angst unterstützen
Unser Online-Therapieprogramm bei Angst ist als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) im DiGA-Verzeichnis des BfArM gelistet und kann kostenfrei auf Rezept für gesetzlich Versicherte genutzt werden. Es richtet sich an Erwachsene ab 17 Jahren mit Ängsten aus dem gesamten Diagnosespektrum, darunter Panikstörung, Agoraphobie und soziale Phobie.
Das Programm basiert auf Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie und zielt darauf ab, wirksame Strategien im Umgang mit Angst und Panik zu vermitteln. Es kann dabei unterstützen:
- Angstauslösende Gedankenmuster zu erkennen und zu hinterfragen
- Vermeidungsverhalten schrittweise abzubauen
- Konkrete Bewältigungsstrategien für den Alltag zu entwickeln
- Achtsamkeit und Entspannungstechniken zu erlernen
Das Programm läuft über 6 Wochen mit wöchentlichen Modulen und einem Zugriffszeitraum von 365 Tagen. Der Zeitaufwand beträgt etwa 45 bis 60 Minuten pro Woche und lässt sich flexibel von zu Hause aus nutzen. Novego ist kein Ersatz für eine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, kann aber sehr gut parallel, vorgeschaltet oder nachgeschaltet dazu eingesetzt werden. Ergebnisse können individuell unterschiedlich sein und setzen aktive Mitarbeit voraus.
Wenn Sie mehr erfahren möchten, besuchen Sie unser Online-Therapieprogramm bei Angst und erfahren Sie, wie wir Sie auf Ihrem Weg unterstützen können.
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